Sonntag, 19. Mai 2013
2 Monate Äffchen
Mein wundervolles kleines Söhnchen - jetzt bist du schon zwei Monate alt. War ich nicht erst letzte Woche mit dir schwanger und bist du nicht erst gestern zur Welt gekommen?!
Du verschläfst immer noch fast den ganzen Tag. Du schläfst tagsüber ausschließlich auf dem Bauch und liegst im Wohnzimmer auf der Couch. Egal wie viel um dich herum los ist. Meistens hört man dann zwei, drei Stunden nichts von dir, sodass man dich glatt vergessen könnte (das kann einem auch nur beim zweiten Kind passieren). Nur der Hunger weckt dich und deine Mahlzeiten forderst du selbstverständlich lautstark ein. Am Nachmittag (wenn dein Bruder zuhause ist) bist du dann auch mal ein, zwei Stündchen wach und schaust dich mit großen Augen in deiner Welt um.
Wenn du wach bist schenkst du uns dein wunderschönes, zahnloses Lächeln an oder erzählst uns in deiner eigenen Sprache aufregende Geschichten. Die Laute, die du von dir gibst, sind so entzückend, dass ich dich auffressen könnte! Du gurrst wie ein Täubchen, quietschst wie eine Maus, schimpfst wie ein Rohrspatz und strampelst dabei mit deinen kleinen Beinchen, weil das scheinbar alles so aufregend ist. Begleitet wird das ganze noch von deinem vielseitigen Mienenspiel. Es ist wirklich eine Freude sich mit dir zu beschäftigen und die beste Therapie gegen schlechte Laune.
Die Nächte mit dir sind weiterhin sehr entspannt und das darf auch gerne so bleiben. Du schläfst zwischen drei und sechs Stunden am Stück in deinem Bettchen neben mir, bis du dann nach dem ersten Stillen einfach neben mir weiter schläfst. Wenn du hungrig bist weckst du mich indem du mit deinen winzigen Beinchen gegen meinen Bauch strampelst oder unruhig den Kopf hin und her wirfst. Meistens musst du gar kein Geräusch von dir geben, da unser nächtliches Stillen so eingespielt ist.
Die größte Sensation für mich - du schläfst fast immer fast ohne Hilfe ein. Tagsüber drehe ich dich auf den Bauch wenn du müde wirst, gebe dir den Schnuller und dann dämmerst du fast schon weg. Abends bist du fest eingepuckt und ich lege dir höchstens mal noch eine Weile die Hand auf den Bauch. Das Pucken magst du sehr und auch das Tragetuch. Ich merke deutlich wie unwohl du dich fühlst, wenn du keine Begrenzung spürst. Wenn ich dich auf dem Wickeltisch nackt ausziehe rudern deine Ärmchen wild umher und wenn ich dich dann nicht fest halte, fängst du markerschütternd an zu schreien. Deswegen liegt - entgegen jeder Empfehlung zum plötzlichen Kindstod - in deinem Bettchen auch zusätzlich ein Stillkissen und ich decke dich zu. Allerdings mache ich mir darum auch nicht so viele Sorgen wie beim ersten Kind. Ich merke einfach, dass dir das gut tut und dir beim Schlafen hilft.
Deinen großen Bruder himmelst du noch immer an und er dich mindestens genauso. Mir geht wirklich das Herz auf, wenn ich euch zusammen sehe. Jeden Morgen kommt das Äffchen zu dir und will dich auf den Arm nehmen. Mittlerweile legt er sich auf den Rücken und du sollst dann auf seinem Bauch liegen, so wie er das bei Mama und Papa auch immer sieht. Dann hält er dich ganz fest und gibt dir feuchte Küsse auf den Kopf und du reckst dich und hebst dein Köpfchen, um deinen Bruder anschauen zu können. Deinen Kopf kannst du ja schon von Geburt an so unglaublich hoch heben.
Meine Hebamme nennt dich Anfängerbaby, weil du so gelassen, entspannt und einfach zu umsorgen bist. Und das passt auch wirklich. Du könntest es uns wohl kaum leichter machen. Meine Sorge, dass du die allabendlichen Schreiattacken deines großen Bruders durchmachen könntest, haben sich bisher nicht begründet. Du bist ausgeglichen und friedlich, außer du bist hungrig.
Ich liebe dich so sehr, mein kleiner Engel! Es ist als ob du schon immer da gewesen wärst und ich kann mir das Leben ohne dich nicht mehr vor stellen. Du könntest nicht besser zu uns passen und bist die Balance in unserem Familienleben. Von dir geht eine solche Ruhe und Gelassenheit aus. Du hast dir schon jetzt deinen Platz unter uns gesucht und ich freue mich so sehr darauf, dich und deinen Charakter immer besser kennen zu lernen.
Das Leben mit dir ist wundervoll.
Dienstag, 14. Mai 2013
21 Monate Igelchen
Mein kleines großes Outdoor-Kind! Ich glaube du könntest nicht leben, ohne täglich draußen zu sein und ich bin sehr froh darüber, dass du nicht so ein Stubenhocker bist wie dein Papa. :p Wir durften jetzt schon die ersten richtig warmen Tage erleben und haben den Garten gleich mit einem Sandkasten und einer Schaukel aufgerüstet. Außerdem hast du entdeckt wie toll Blumen gießen ist, daher gibt es für dich gerade sowieso kaum einen Grund im Haus zu sein. Wobei dein erster Weg nach wie vor zu den Mülltonnen geht, aber das ist ja sowieso unser Endlos-Thema.
Apropos - weil du ja so Müll- und Müllabfuhr verliebt bist, haben wir dir ein riesen großes Müllauto geschenkt und du liebst es! Jeden Morgen nach dem Aufwachen wird daran gespielt und Abends vor dem Zubett gehen. Wir freuen uns sehr, dass dieses riesen Teil auch tatsächlich bespielt wird und nicht in der Ecke verstaubt. Leider hat es aber nicht (wie ein wenig erhofft) dazu geführt, dass du von den richtigen Mülltonnen weniger besessen bist. Ich hoffe nur dass du mein Biotonnen-Verbot ernst genug nimmst, denn heute Morgen hab ich schon die ersten Maden gesichtet... *schüttel*
In den letzten Wochen hatten wir ziemlich viel Besuch - Oma war da, deine Patentante (Mamas beste Freundin) und Mamas andere beste Freundin mit Mann und Kind. Von Omas Besuch warst du besonders beeindruckt, denn die brachte ihren kleinen Hund Teddy mit (was haben sich die Katzen gefreut). Noch immer fragst du nach "Tiddy, wau-wau" und auch nach deiner Patentante, denn die hat mit dir besonders ausgiebig an den Mülltonnen gespielt. Du zeigst auf das Gästezimmer oder auf den leeren Stuhl am Esstisch und sagst ihren Namen. Ich glaube du möchtest dass sie mal wieder zum Spielen vorbei kommt.
Mit Mamas anderer bester Freundin haben wir einen wundervollen Ausflug zum Tierpark gemacht. Das war für mich einer der bisher schönsten Tage in diesem Jahr, denn du hast dich einfach unglaublich darüber gefreut, die ganzen Tiere zu sehen. Besonders gut haben dir die Esel, die Bären und die Wildschweine gefallen. Füttern ist auch erlaubt, aber das sollte doch lieber die Mama übernehmen. So ein Esel ist ja auch ganz schön groß, wenn er so vor einem steht, da kann man es schon mal mit der Angst zu tun kriegen. Mama hat dich aber mal hoch gehoben und mit deiner Hand einfach das Ohr des Esels gestreichelt und das fandest du dann doch toll. An diesem Tag warst du völlig aus dem Häuschen und deine unbändige Freude war für mich das schönste Geschenk. Beim Einschlafen hast du immer wieder aus dem Fenster gezeigt und Papa von "Tiddy" (also den Bären) und "I-Ah Hamm Hamm" und "I-Ah ei!" erzählt und auch jetzt kommst du immer wieder darauf zu sprechen. Ich glaube wir werden dieses Jahr Stammgast dort und fahren bald wieder hin (vor allem weil Mama auch unheimlich auf Tierparks steht).
Du hast begonnen Zweiwort-Sätze zu bilden, was einen viel größeren Unterschied in der Kommunikation macht, als ich es mir vorgestellt hätte. Du kannst jetzt noch deutlicher zum Ausdruck bringen, was du möchtest. Außerdem plapperst du nun auch vereinzelt Wörter nach, allerdings nicht alles, sondern nur das, was dir als nicht zu schwierig erscheint. Wenn man dich auffordert dies und das zu sagen, sieht man richtig wie du überlegst, ob du das wohl sagen kannst oder willst. Meistens entscheidest du dich dagegen oder sagst dein Zauberwort - "Paff". Irgendwann forderte ich dich mal auf "Keks" zu sagen und du sagtest "Paff". Darüber musste ich mich dann kaputt lachen, was du wiederum total toll fandest. Wenn wir dich also jetzt auffordern "Sag mal ..." antwortest du einfach mit "Paff!", kicherst und grinst. :D Alles in allem bist du sprachlich glaube ich aber eher von der langsamen Sorte, aber das ist schon in Ordnung so.
Überhaupt hast du zur Zeit ganz schön viel Unfug im Kopf und wenn man dir etwas verbietet, machst du ganz bewusst weiter. Das kann einen schon ganz schön auf die Palme bringen. Wenn zum Beispiel zum hundertsten Mal der gefüllte Becher/der Teller/die Gabel auf den Boden geworfen wird oder du deine Mütze wiederholt in die Mülltonne schmeißt. Aber das gehört einfach zu diesem Alter dazu und ich glaube das könnte durchaus noch eine Nummer schlimmer werden.
Ziemlich schwierig ist bei dir auch gerade das Schlafen. An Mittagsschlaf ist hier Zuhause gar nicht mehr zu denken, bei der Tagesmutter schläfst du aber völlig problemlos ein. Meistens bist du aber auch ohne Mittagsschlaf gut drauf, daher finde ich es nicht ganz so tragisch obwohl ich glaube, dass du deine Pause eigentlich noch bräuchtest. Selbst wenn du dann keinen Mittagsschlaf gemacht hast, dauert es Abends eine bis eineinhalb Stunden bis du zur Ruhe kommst. Im Bett machst du nur Ramba-Zamba, tanzt und hüpfst, räumst das ganze Bett aus und machst dich nackig um dann mit voller Absicht ins Bett zu pieseln. Natürlich machst du das nicht um uns zu ärgern, sondern weil du es so toll findest dich nackig auszuziehen und es noch toller findest, dann Pipi zu machen. Das machst du auch außerhalb des Bettes. Trotzdem nervt das ganz schön, vor allem den Papa, denn der ist derjenige, der dich zur Zeit meistens ins Bett bringt. Wir haben die Vermutung, dass dies eine Reaktion auf die Ankunft deines kleinen Bruders ist, denn das geht jetzt so ungefähr seitdem so. Vielleicht hast du Angst etwas zu verpassen? Oder willst auch noch auf sein, weil das Baby noch auf ist? Wir wissen es nicht und müssen einfach abwarten, wie es weiter geht.
Abgesehen vom Schlafen und deinem wachsenden Trotzkopf bist du ein absoluter Sonnenschein. Deinen kleinen Bruder findest du noch immer ganz fantastisch. Er bekommt täglich so viele Küsse und Umarmungen, dass Mama und Papa ganz neidisch sind. Am liebsten würdest du dein Brüderchen glaub ich zum Kuscheln mit ins Bett nehmen! Ich hoffe das euer Verhältnis so toll bleibt, aber wir werden sehen.
Igelchen, du machst uns so glücklich. Du bist fast immer gut gelaunt, fröhlich, interessiert, humorvoll und sanft. Wir könnten dich auffressen, weil das was du sagst und tust einfach so süß ist. Manchmal frage ich mich was für ein Mensch später wohl mal aus dir werden wird und bin furchtbar neugierig darauf. Andererseits hätte ich es am liebsten, dass du für immer ein Kind bleibst weil du dann immer hier bei mir bist, aber das ist natürlich ziemlich egoistisch. Ich weiß auch so, dass du immer ein Teil von mir, ein Teil meines Lebens sein wirst, auch wenn du irgendwann erwachsen bist und deiner Wege gehst. Bis dahin dauert es glücklicherweise ja noch etwas.
Ich liebe dich, mein kleiner großer Schatz und bin unheimlich stolz auf dich. Du bist perfekt so wie du bist und bringst mein Herz regelmäßig zum Überlaufen. Manchmal würde ich dich am liebsten ganz ganz fest an mich drücken, festhalten und mit Küssen überhäufen, aber das käme bei nicht ganz so gut an. Dann muss ich mich sehr zurück halten und begnüge mich mit einem kurzen Knutscher oder einer festen Umarmung. Bleib so toll wie du bist, mein Schatz!
Sonntag, 12. Mai 2013
12von12 - Mai 2013
Heute wie immer an dieser Stelle 12 Bilder unseres Tages. Ich hoffe ihr hattet einen schönen Muttertag und habt den Tag so verbracht, wie ihr es euch wünscht. :)
Noch mehr Bilder gibt's wie immer bei Frau Kännchen.
Guten Morgen! Die Blümchen hat mein Söhnchen ausgesucht.
Ich backe mir einen Muttertags-Kuchen mit der besten Küchenhilfe! <3
Mehrmals täglich nackte Füße.
Papa beim Versuch das Kind zum Mittagsschlaf zu überreden - erfolglos. Leider ist schon seit einigen Tagen nicht mehr an Mittagsschlaf zu denken.
Im Garten wächst der Pfefferminz. Ich freu mich schon auf den Tee.
Die Schaukel steht, aber das Wetter... naja.
Wenigstens einer hält Mittagsschlaf. Naja ok, fast Ganztages-Schlaf. :)
Jetzt gibts erstmal Kuchen.
Das Kind kocht schon mal Nachtisch.
Endlich kein Regen mehr, also raus.
Vorbei an der Baustelle, Klein-Jungen-Träume werden wahr. :)
Gute Nacht.
Dienstag, 7. Mai 2013
Die Geburtsgeschichte des Äffchens
Mit diesem Geburtsbericht möchte ich - zugegebenermaßen in erster Linie für mich - die Erinnerung an die Geburt unseres kleinen Äffchens konservieren. Diese Geburt war so wunderschön, so speziell, so persönlich, so einzigartig und ich war die ganze Zeit ganz klar bei mir und habe alles ganz bewusst erlebt. Ganz anders als bei der Geburt des Igelchens, wo ich durch dieses völlig neue, schmerzhafte Erlebnis im Delirium war und erst nach der Geburt wieder klar denken konnte. Das hier wird sicher länger werden und ich spreche jetzt schon jedem Respekt aus, der bis zum Ende durchhält.
Im Vorfeld muss ich erzählen, wie die Betreuung unseres großen Sohnes geplant war. Da wir ja nicht wussten zu welcher Tageszeit die Geburt stattfinden würde, hatten wir mehrere Schlachtpläne. Eine Möglichkeit wäre gewesen, dass das Kind kommt wenn der Große bei der Tagesmutter ist (als ob...), in allen anderen Fällen wollten unsere Nachbarn uns helfen und das Igelchen zu sich nehmen oder hierher kommen, falls die Geburt los geht wenn er schon im Bett liegt und schläft. Unsere Nachbarin ist übrigens ebenfalls mit ihrem zweiten Kind schwanger. Soweit die Theorie.
Ein ganz normaler Dienstag. Kein Tagesmuttertag, sondern einer an dem mein großer Junge hier bei mir zuhause blieb. Papa hatte seinen langen Tag und wurde erst gegen 17 Uhr erwartet. Dienstags kommt die Müllabfuhr, was das ganz persönliche Wochen-Highlight des Igelchens ist. Also erstmal raus, die Mülltonne an die Straße stellen und gefühlte hundert Mal die Tonne auf und zu klappen. Dann noch zu den Tonnen der Nachbarn, die auch schon an der Straßen stehen und hier das gleiche Spiel. Seufz... Irgendwann konnte er sich dann doch trennen und wir fuhren zu unserem Kontrolltermin beim Kinderarzt. Beiläufig fragte ich den Arzt noch, ob er zur U2 unseres Babys dann wieder zu uns nach Hause kommen würde, weil wir erneut im Geburtshaus entbinden wollen würden. Ich sagte noch, dass der Termin kommenden Sonntag wäre, ich das Kind aber früher erwarten würde. Ich Hellseher, ich.
Auf dem Rückweg nach Hause waren wir noch Tanken und Einkaufen. Dann war auch schon der Vormittag vorbei und es ging ab ins Bett. Erfreulicherweise schlief er super, sodass ich dann auch nochmal ein Päuschen hatte. Nach dem Mittagsschlaf kam dann die Müllabfuhr, also schnell wieder raus. Nachdem das Müllauto ausgiebig bestaunt und beklatscht wurde, ging unsere wöchentliche Tour durch die Nachbarschaft los - Mülltonnen zurück fahren. Ja, bei allen uns bekannten Nachbarn. Wir waren also eine ganze Zeit lang unterwegs und rannten kreuz und quer durch die Nachbarschaft. Das war dem Geburtsbeginn sicher auch irgendwie zuträglich. Kurz darauf kam auch Papa wieder nach Hause und quasi in dem Moment spürte ich den ersten Schmerz.
Von der ersten Geburt kannte ich den Geburtsbeginn eher als zartes Ziehen, dass sich über Stunden steigert und immer schmerzhafter und regelmäßiger wird. Dieses Mal ging es gleich richtig los, ohne Vorgeplänkel. So beschloss ich erstmal noch was zu machen, was ich sonst nie tue - bügeln. Ich wusste, falls das hier wirklich Geburt sein sollte, würden die Tischdecken monatelang ungebügelt herum liegen und das fand ich in dem Moment irgendwie total blöd. Also ran an den Bügeltisch. Die Wehen kamen und gingen, waren aber durchaus schon so heftig, dass ich beim Bügeln kurz innehalten und pusten musste.
Mittlerweile war es 18 Uhr - Zeit fürs Abendessen. Auf Kochen mit Wehen hatte ich keine Lust, also gab es Brot. Während wir am Tisch saßen riefen unser Nachbar an und begrüßte mich mit den Worten "Ich wollte nur Bescheid sagen, dass euer Kind möglichst nicht in den nächsten 3-4 Stunden zur Welt kommen sollte, wir müssen nämlich jetzt ins Krankenhaus weil meine Frau vorzeitige Wehen hat". Bumm. "Ah ok... dann erzähl ich dir besser nicht, dass ich seit einer Stunde Wehen habe, ne?" Schweigen. "Nicht wirklich, oder?!". Tja, doch wirklich. Da hatten wir ihn also, den ersten kleinen Supergau. Wäre ja auch viel zu einfach gewesen, wenn das alles so läuft wie man es sich vorstellt. Ab da tauschten wir uns dann via Whats App ständig über den aktuellen Stand aus.
Die Wehen hielten an und waren auch recht stark, jedoch überhaupt nicht regelmäßig. Daher dachte ich die ganze Zeit an falschen Alarm und beschloss erstmal in die Badewanne zu gehen, während Papa das Igelchen ins Bett brachte. Als ich ins Wasser stieg spürte ich sofort diese tiefe Entspannung die sich einstellt, wenn der Körper von wohliger Wärme umfangen wird und von Wehen war weit und breit keine Spur. Nach fünfzehn Minuten zog es dann doch nochmal ein kleines bisschen und nach nochmal dreißig Minuten wieder. Aber so leicht, dass ich es kaum spürte und zu meinem Mann sagte, dass die Wehen aufgehört hätten. Also wieder falscher Alarm. Mittlerweile war es fast 19.30 Uhr und Zeit für Grey's Anatomy. Ich ab auf die Couch, er ab an den Computer. Hihi.
Von dieser Folge bekam ich dann aber nicht so viel mit, denn kaum dass ich es mir gemütlich gemacht hatte, spürte ich wieder eine deutlich Wehe. Nun ging es tatsächlich wieder los und das auch heftiger als zuvor. Die Abstände konnte ich kaum bestimmen, denn es tat mittlerweile schon so weh, dass ich zwar auf die Uhr schaute, wenn es wieder los ging, nach der Wehe aber völlig vergessen hatte, wieviel Uhr es denn gewesen war. Eine halbe Stunde schlug ich mich alleine damit rum, denn ich war immer noch nicht sicher, ob es nun wirklich los geht. Im Nachhinein frage ich mich, wieso ich so unsicher war, denn die Schmerzen waren schon so heftig, dass ich nicht mehr sprechen konnte und die Wehen deutlich veratmen musste. Außerdem konnte ich während der Wehe nicht mehr sitzen und ging sofort in den Vierfüßler. Irgendwann rief ich dann meinen Mann (der das ganze gar nicht mitbekommen hatte weil er im Büro saß) der sich dann auch mal die Abstände genauer anschaute. Die Wehen kamen sehr unregelmäßig zwischen alle drei und alle fünfzehn Minuten.
Mittlerweile war es 20:15 Uhr und wir beschlossen nun doch mal die diensthabende Hebamme anzurufen. Ich sprach dann mit ihr, beschrieb die Situation, was ich bisher gemacht hatte und wie es mir ging. Da die Wehen so unregelmäßig waren meinte sie, dass es sich für sie jetzt noch nicht so recht nach Geburt anhören würde. Sie war gerade zehn Kilometer von uns entfernt bei ihrer Chorprobe die bis 22 Uhr gehen sollte. Sie sagte falls die Wehen anhielten oder stärker/regelmäßiger würden sollte ich sofort anrufen, ansonsten würde sie nach ihrer Probe mal bei uns vorbei kommen und schauen, ob sich am Muttermund was getan hätte. Also erstmal noch etwas abwarten. Immerhin schlief der Große ruhig und lies nichts von sich hören. Unsere Nachbaren waren nach wie vor im Krankenhaus und hatten uns zwischenzeitlich berichtet, dass sie stationär aufgenommen würde und da bleiben müsse. Er würde sich aber bald auf den Weg nach Hause machen.
So saßen wir also auf der Couch und ich veratmete eine Wehe nach der anderen wobei die Abstände nach wie vor unregelmäßig blieben. Irgendwann musste ich aufstehen und zur Toilette und auf dem Weg dorthin jagte eine Wehe die nächste. Auch auf dem Rückweg. Bei jeder Wehe musste ich stehen bleiben, mich im Vierfüßler zu Boden knien und es tat so weh, dass ich mir gewaltig auf die Zunge beißen musste um nicht laut zu werden. Die Schmerzen der ersten Geburt waren plötzlich wieder sehr präsent und ich erinnerte mich nur zu gut daran, dass das ja eigentlich noch gar nichts war und was da noch kommt. Mir wurde dann doch etwas mulmig. "Ich glaube wir müssen jetzt doch los", sagte ich zu meinem Mann.
Es war 21 Uhr. Unser Nachbar hatte gerade geschrieben, dass er jetzt nach Hause fahren würde. In dem Moment ging das Babyphone an "Papa, Papa!". Mein Mann ging hoch zum Igelchen und ich rief gegen 21:20 Uhr die Hebamme an. Ich sagte es würde sich jetzt doch so anfühlen als ginge es los, auch wenn die Abstände noch immer unregelmäßig wären. Während dem Telefonat hatte ich auch eine Wehe, die sie mit anhörte. "Ihr könnt in 15 Minuten da sein!". Mein Mann war immer noch beim Äffchen und so rief ich auch noch den Nachbarn an und bat ihn rüber.
Immer wieder hörte ich oben die Zimmertür und kurz darauf übers Babyphone "Papa, Papa!". Das Äffchen ließ den Papa einfach nicht aus dem Zimmer. Die Wehen wurde noch ein bisschen schmerzhafter. Unser Nachbar war mittlerweile auch da und wir überlegten, ob er mich ins Geburtshaus fährt und mein Mann dann nachkommt, sobald der Großer wieder schläft, aber in dem Moment kam er schon samt Tasche und Babyschale runter. Als er gerade unten war ging das Babyphone wieder an "Papa, Papa!". Neeeiiiinnn, warum gerade heute? Wir beschlossen das unser Nachbar sein Glück versuchen sollte (das Igelchen wurde außer von der Tagesmutter noch nie von jemand anders ins Bett gebracht) und stiegen ins Auto. Während der Fahrt hatte ich drei Wehen die so heftig waren, dass ich laut schreien musste. Jede Bodenwelle schoss mir direkt in den Bauch und ich fluchte leise vor mich hin. In Gedanken war ich allerdings bei meinem großen Kleinen und hoffte inständig, dass das mit unserem Nachbarn gut gehen und er nicht weinen würde.
Um 21.50 Uhr kamen wir im Geburtshaus an. Ich sprang sofort aus dem Auto (bloß nicht noch eine Wehe im Auto!), lief rein und kniete mich aufs Bett. Die nächste Wehe. Die Hebamme sagte sie müsse einmal nach dem Muttermund schauen. Also legte ich mich auf den Rücken, was ich schon bei der ersten und auch bei dieser Geburt als unerträglich empfand. Der Muttermund war bei 8 Zentimeter. Wow. Ich zitterte am ganzen Körper, obwohl mir überhaupt nicht kalt war und war auch nicht recht bei der Sache. Die Hebamme erfasste ziemlich schnell meine Stimmung und mein Mann erzählte von unserem Aufbruch zuhause. Sie redete auf mich ein, ich müsste mich beruhigen, meinem Großen ginge es gut, dieses Kind bräuchte mich jetzt und das ich aufhören müsste, an meinen Großen zu denken. Mir war gar nicht richtig bewusst, dass ich nicht ruhig war, aber sie hatte schon recht. Ich musste aufhören ans Igelchen zu denken, was sollte ihm auch passieren? Im schlimmsten Fall würde er mit dem Nachbarn die Nacht zum Tag machen. Ich atmete ein paar Mal tief durch und tatsächlich hörte das Zittern auf.
Währenddessen lief schon Wasser in die Badewanne und ich ging nochmal auf die Toilette. Dieses Mal allerdings in Begleitung meines Mannes, alleine wollte mich die Hebamme dann doch nicht mehr gehen lassen. Dort hatte ich nochmal zwei unerträgliche Wehen (wer kniet schon gern auf den kalten Fliesen?) und ging sofort in die Badewanne. Was für ein himmlisches Gefühl! Das warme Wasser hüllte mich ein und ich entspannte mich und atmete tief durch. Tatsächlich hatte ich dann eine ganze Weile keine Wehe mehr und genoss die Pause.
Aber dann ging es weiter. Ich spürte die nächste Wehe heranrollen, ging in den Vierfüßler und spürte sofort, dass jetzt wieder etwas anders war. Es tat so unfassbar weh, noch mehr als jede Wehe vorher, obwohl ich mich mal wieder wunderte, dass das überhaupt möglich war. Ich spürte einen unglaublichen Druck nach unten und sagte zur Hebamme, dass ich das Gefühl hätte ich müsste pressen, dass das doch aber nicht sein könnte - "Wir sind doch gerade erst gekommen!" Es ging alles so schnell. Sie sagte ich solle auf meinen Körper hören und mitschieben, wenn es sich so anfühlt. Also schob ich mit und spürte genau wie die Fruchtblase aufging.
Kurz darauf kam die nächste Wehe und wieder dachte ich es zerreißt mich, aber ich half mit und schob mein Baby nach unten. Die Hebamme untersuchte mich und sagte das Köpfchen wäre jetzt schon durchs Becken gerutscht. "Fühl mal selbst, hier ist schon der Kopf!" Tatsächlich - da war der harte, feste Kopf meines Babys direkt vor dem Ausgang und ich konnte seine Haar spüren! Die Liebe zu diesem Kind durchflutete mich und ich kicherte irre vor mich hin. Dann kam die nächste Wehe wieder mit brachialer Gewalt. Ich nahm all meine Kraft zusammen um meinem Kind auf diese Welt zu helfen und spürte wie das Köpfchen nach draußen schob - für mich bei beiden Geburten eindeutig der schlimmste und schmerzhafteste Moment. Aber ich wusste auch, dass ich es jetzt fast geschafft hatte. "Das Köpfchen ist da und ein Ärmchen auch, fühl mal selbst! Und ich sehe ganz viele Haare!". Ich fühlte und spürte das Köpfchen meines Babys in meiner Hand und ein winzig kleines Ohr! Oh Gott, wie unglaublich, wie surreal sich das anfühlte. Mein Kind anzufassen, dass noch fast ganz in mir drin war. Aber es war ein toller Moment, so wundervoll, so einzigartig. Ich freute mich, ich lachte, ich kicherte; "Mein Baby, das ist mein Baby!". Ich sah hoch zu meinem Mann, der vor mir saß und meine Hände hielt und wir wussten, dass wir gleich unser Kind in den Armen halten würden.
Unsere Hebamme erklärte, dass mein Mann bei der nächsten Wehe meinen Oberkörper halten und ich ihr meine Hände geben sollte. Bevor ich wusste wir mir geschah kam die nächste Wehe und die Hebamme führte meine Hände direkt zum Körper meines Kindes. Ich spürte wie er hinaus glitt und plötzlich hielt ich mein Baby in den Händen! Ich ließ ihn noch unter Wasser und mein Mann und ich staunten dieses winzig kleine Wesen an, das bis gerade noch in meinem Bauch gelebt hatte. Unser Kind öffnete Augen und Mund und bewegte seine Ärmchen und Beinchen. Ich kann diesen Moment kaum in Worte fassen, es war überwältigend. Das Wunder der Schöpfung, das Wunder der Geburt, das Wunder Mensch direkt hier in meinen Händen. Ich hob ihn heraus, legte ihn auf meine Brust und überhäufte meinen von der plötzlichen Kälte empört schreienden Sohn mit Küssen. "Mein Baby ist da! Hallo Baby! Mein Baby ist da! Mein Baby ist da!" flüsterte ich ihm immer wieder ins Ohr und streichelte über seine weichen Haare. Mehr brachte ich in den nächsten Minuten nicht heraus. Ich war so unendlich glücklich, so durchflutet von Liebe, Kraft und Dankbarkeit. Es war 22:23 Uhr.
Im Vorfeld muss ich erzählen, wie die Betreuung unseres großen Sohnes geplant war. Da wir ja nicht wussten zu welcher Tageszeit die Geburt stattfinden würde, hatten wir mehrere Schlachtpläne. Eine Möglichkeit wäre gewesen, dass das Kind kommt wenn der Große bei der Tagesmutter ist (als ob...), in allen anderen Fällen wollten unsere Nachbarn uns helfen und das Igelchen zu sich nehmen oder hierher kommen, falls die Geburt los geht wenn er schon im Bett liegt und schläft. Unsere Nachbarin ist übrigens ebenfalls mit ihrem zweiten Kind schwanger. Soweit die Theorie.
Ein ganz normaler Dienstag. Kein Tagesmuttertag, sondern einer an dem mein großer Junge hier bei mir zuhause blieb. Papa hatte seinen langen Tag und wurde erst gegen 17 Uhr erwartet. Dienstags kommt die Müllabfuhr, was das ganz persönliche Wochen-Highlight des Igelchens ist. Also erstmal raus, die Mülltonne an die Straße stellen und gefühlte hundert Mal die Tonne auf und zu klappen. Dann noch zu den Tonnen der Nachbarn, die auch schon an der Straßen stehen und hier das gleiche Spiel. Seufz... Irgendwann konnte er sich dann doch trennen und wir fuhren zu unserem Kontrolltermin beim Kinderarzt. Beiläufig fragte ich den Arzt noch, ob er zur U2 unseres Babys dann wieder zu uns nach Hause kommen würde, weil wir erneut im Geburtshaus entbinden wollen würden. Ich sagte noch, dass der Termin kommenden Sonntag wäre, ich das Kind aber früher erwarten würde. Ich Hellseher, ich.
Auf dem Rückweg nach Hause waren wir noch Tanken und Einkaufen. Dann war auch schon der Vormittag vorbei und es ging ab ins Bett. Erfreulicherweise schlief er super, sodass ich dann auch nochmal ein Päuschen hatte. Nach dem Mittagsschlaf kam dann die Müllabfuhr, also schnell wieder raus. Nachdem das Müllauto ausgiebig bestaunt und beklatscht wurde, ging unsere wöchentliche Tour durch die Nachbarschaft los - Mülltonnen zurück fahren. Ja, bei allen uns bekannten Nachbarn. Wir waren also eine ganze Zeit lang unterwegs und rannten kreuz und quer durch die Nachbarschaft. Das war dem Geburtsbeginn sicher auch irgendwie zuträglich. Kurz darauf kam auch Papa wieder nach Hause und quasi in dem Moment spürte ich den ersten Schmerz.
Von der ersten Geburt kannte ich den Geburtsbeginn eher als zartes Ziehen, dass sich über Stunden steigert und immer schmerzhafter und regelmäßiger wird. Dieses Mal ging es gleich richtig los, ohne Vorgeplänkel. So beschloss ich erstmal noch was zu machen, was ich sonst nie tue - bügeln. Ich wusste, falls das hier wirklich Geburt sein sollte, würden die Tischdecken monatelang ungebügelt herum liegen und das fand ich in dem Moment irgendwie total blöd. Also ran an den Bügeltisch. Die Wehen kamen und gingen, waren aber durchaus schon so heftig, dass ich beim Bügeln kurz innehalten und pusten musste.
Mittlerweile war es 18 Uhr - Zeit fürs Abendessen. Auf Kochen mit Wehen hatte ich keine Lust, also gab es Brot. Während wir am Tisch saßen riefen unser Nachbar an und begrüßte mich mit den Worten "Ich wollte nur Bescheid sagen, dass euer Kind möglichst nicht in den nächsten 3-4 Stunden zur Welt kommen sollte, wir müssen nämlich jetzt ins Krankenhaus weil meine Frau vorzeitige Wehen hat". Bumm. "Ah ok... dann erzähl ich dir besser nicht, dass ich seit einer Stunde Wehen habe, ne?" Schweigen. "Nicht wirklich, oder?!". Tja, doch wirklich. Da hatten wir ihn also, den ersten kleinen Supergau. Wäre ja auch viel zu einfach gewesen, wenn das alles so läuft wie man es sich vorstellt. Ab da tauschten wir uns dann via Whats App ständig über den aktuellen Stand aus.
Die Wehen hielten an und waren auch recht stark, jedoch überhaupt nicht regelmäßig. Daher dachte ich die ganze Zeit an falschen Alarm und beschloss erstmal in die Badewanne zu gehen, während Papa das Igelchen ins Bett brachte. Als ich ins Wasser stieg spürte ich sofort diese tiefe Entspannung die sich einstellt, wenn der Körper von wohliger Wärme umfangen wird und von Wehen war weit und breit keine Spur. Nach fünfzehn Minuten zog es dann doch nochmal ein kleines bisschen und nach nochmal dreißig Minuten wieder. Aber so leicht, dass ich es kaum spürte und zu meinem Mann sagte, dass die Wehen aufgehört hätten. Also wieder falscher Alarm. Mittlerweile war es fast 19.30 Uhr und Zeit für Grey's Anatomy. Ich ab auf die Couch, er ab an den Computer. Hihi.
Von dieser Folge bekam ich dann aber nicht so viel mit, denn kaum dass ich es mir gemütlich gemacht hatte, spürte ich wieder eine deutlich Wehe. Nun ging es tatsächlich wieder los und das auch heftiger als zuvor. Die Abstände konnte ich kaum bestimmen, denn es tat mittlerweile schon so weh, dass ich zwar auf die Uhr schaute, wenn es wieder los ging, nach der Wehe aber völlig vergessen hatte, wieviel Uhr es denn gewesen war. Eine halbe Stunde schlug ich mich alleine damit rum, denn ich war immer noch nicht sicher, ob es nun wirklich los geht. Im Nachhinein frage ich mich, wieso ich so unsicher war, denn die Schmerzen waren schon so heftig, dass ich nicht mehr sprechen konnte und die Wehen deutlich veratmen musste. Außerdem konnte ich während der Wehe nicht mehr sitzen und ging sofort in den Vierfüßler. Irgendwann rief ich dann meinen Mann (der das ganze gar nicht mitbekommen hatte weil er im Büro saß) der sich dann auch mal die Abstände genauer anschaute. Die Wehen kamen sehr unregelmäßig zwischen alle drei und alle fünfzehn Minuten.
Mittlerweile war es 20:15 Uhr und wir beschlossen nun doch mal die diensthabende Hebamme anzurufen. Ich sprach dann mit ihr, beschrieb die Situation, was ich bisher gemacht hatte und wie es mir ging. Da die Wehen so unregelmäßig waren meinte sie, dass es sich für sie jetzt noch nicht so recht nach Geburt anhören würde. Sie war gerade zehn Kilometer von uns entfernt bei ihrer Chorprobe die bis 22 Uhr gehen sollte. Sie sagte falls die Wehen anhielten oder stärker/regelmäßiger würden sollte ich sofort anrufen, ansonsten würde sie nach ihrer Probe mal bei uns vorbei kommen und schauen, ob sich am Muttermund was getan hätte. Also erstmal noch etwas abwarten. Immerhin schlief der Große ruhig und lies nichts von sich hören. Unsere Nachbaren waren nach wie vor im Krankenhaus und hatten uns zwischenzeitlich berichtet, dass sie stationär aufgenommen würde und da bleiben müsse. Er würde sich aber bald auf den Weg nach Hause machen.
So saßen wir also auf der Couch und ich veratmete eine Wehe nach der anderen wobei die Abstände nach wie vor unregelmäßig blieben. Irgendwann musste ich aufstehen und zur Toilette und auf dem Weg dorthin jagte eine Wehe die nächste. Auch auf dem Rückweg. Bei jeder Wehe musste ich stehen bleiben, mich im Vierfüßler zu Boden knien und es tat so weh, dass ich mir gewaltig auf die Zunge beißen musste um nicht laut zu werden. Die Schmerzen der ersten Geburt waren plötzlich wieder sehr präsent und ich erinnerte mich nur zu gut daran, dass das ja eigentlich noch gar nichts war und was da noch kommt. Mir wurde dann doch etwas mulmig. "Ich glaube wir müssen jetzt doch los", sagte ich zu meinem Mann.
Es war 21 Uhr. Unser Nachbar hatte gerade geschrieben, dass er jetzt nach Hause fahren würde. In dem Moment ging das Babyphone an "Papa, Papa!". Mein Mann ging hoch zum Igelchen und ich rief gegen 21:20 Uhr die Hebamme an. Ich sagte es würde sich jetzt doch so anfühlen als ginge es los, auch wenn die Abstände noch immer unregelmäßig wären. Während dem Telefonat hatte ich auch eine Wehe, die sie mit anhörte. "Ihr könnt in 15 Minuten da sein!". Mein Mann war immer noch beim Äffchen und so rief ich auch noch den Nachbarn an und bat ihn rüber.
Immer wieder hörte ich oben die Zimmertür und kurz darauf übers Babyphone "Papa, Papa!". Das Äffchen ließ den Papa einfach nicht aus dem Zimmer. Die Wehen wurde noch ein bisschen schmerzhafter. Unser Nachbar war mittlerweile auch da und wir überlegten, ob er mich ins Geburtshaus fährt und mein Mann dann nachkommt, sobald der Großer wieder schläft, aber in dem Moment kam er schon samt Tasche und Babyschale runter. Als er gerade unten war ging das Babyphone wieder an "Papa, Papa!". Neeeiiiinnn, warum gerade heute? Wir beschlossen das unser Nachbar sein Glück versuchen sollte (das Igelchen wurde außer von der Tagesmutter noch nie von jemand anders ins Bett gebracht) und stiegen ins Auto. Während der Fahrt hatte ich drei Wehen die so heftig waren, dass ich laut schreien musste. Jede Bodenwelle schoss mir direkt in den Bauch und ich fluchte leise vor mich hin. In Gedanken war ich allerdings bei meinem großen Kleinen und hoffte inständig, dass das mit unserem Nachbarn gut gehen und er nicht weinen würde.
Um 21.50 Uhr kamen wir im Geburtshaus an. Ich sprang sofort aus dem Auto (bloß nicht noch eine Wehe im Auto!), lief rein und kniete mich aufs Bett. Die nächste Wehe. Die Hebamme sagte sie müsse einmal nach dem Muttermund schauen. Also legte ich mich auf den Rücken, was ich schon bei der ersten und auch bei dieser Geburt als unerträglich empfand. Der Muttermund war bei 8 Zentimeter. Wow. Ich zitterte am ganzen Körper, obwohl mir überhaupt nicht kalt war und war auch nicht recht bei der Sache. Die Hebamme erfasste ziemlich schnell meine Stimmung und mein Mann erzählte von unserem Aufbruch zuhause. Sie redete auf mich ein, ich müsste mich beruhigen, meinem Großen ginge es gut, dieses Kind bräuchte mich jetzt und das ich aufhören müsste, an meinen Großen zu denken. Mir war gar nicht richtig bewusst, dass ich nicht ruhig war, aber sie hatte schon recht. Ich musste aufhören ans Igelchen zu denken, was sollte ihm auch passieren? Im schlimmsten Fall würde er mit dem Nachbarn die Nacht zum Tag machen. Ich atmete ein paar Mal tief durch und tatsächlich hörte das Zittern auf.
Währenddessen lief schon Wasser in die Badewanne und ich ging nochmal auf die Toilette. Dieses Mal allerdings in Begleitung meines Mannes, alleine wollte mich die Hebamme dann doch nicht mehr gehen lassen. Dort hatte ich nochmal zwei unerträgliche Wehen (wer kniet schon gern auf den kalten Fliesen?) und ging sofort in die Badewanne. Was für ein himmlisches Gefühl! Das warme Wasser hüllte mich ein und ich entspannte mich und atmete tief durch. Tatsächlich hatte ich dann eine ganze Weile keine Wehe mehr und genoss die Pause.
Aber dann ging es weiter. Ich spürte die nächste Wehe heranrollen, ging in den Vierfüßler und spürte sofort, dass jetzt wieder etwas anders war. Es tat so unfassbar weh, noch mehr als jede Wehe vorher, obwohl ich mich mal wieder wunderte, dass das überhaupt möglich war. Ich spürte einen unglaublichen Druck nach unten und sagte zur Hebamme, dass ich das Gefühl hätte ich müsste pressen, dass das doch aber nicht sein könnte - "Wir sind doch gerade erst gekommen!" Es ging alles so schnell. Sie sagte ich solle auf meinen Körper hören und mitschieben, wenn es sich so anfühlt. Also schob ich mit und spürte genau wie die Fruchtblase aufging.
Kurz darauf kam die nächste Wehe und wieder dachte ich es zerreißt mich, aber ich half mit und schob mein Baby nach unten. Die Hebamme untersuchte mich und sagte das Köpfchen wäre jetzt schon durchs Becken gerutscht. "Fühl mal selbst, hier ist schon der Kopf!" Tatsächlich - da war der harte, feste Kopf meines Babys direkt vor dem Ausgang und ich konnte seine Haar spüren! Die Liebe zu diesem Kind durchflutete mich und ich kicherte irre vor mich hin. Dann kam die nächste Wehe wieder mit brachialer Gewalt. Ich nahm all meine Kraft zusammen um meinem Kind auf diese Welt zu helfen und spürte wie das Köpfchen nach draußen schob - für mich bei beiden Geburten eindeutig der schlimmste und schmerzhafteste Moment. Aber ich wusste auch, dass ich es jetzt fast geschafft hatte. "Das Köpfchen ist da und ein Ärmchen auch, fühl mal selbst! Und ich sehe ganz viele Haare!". Ich fühlte und spürte das Köpfchen meines Babys in meiner Hand und ein winzig kleines Ohr! Oh Gott, wie unglaublich, wie surreal sich das anfühlte. Mein Kind anzufassen, dass noch fast ganz in mir drin war. Aber es war ein toller Moment, so wundervoll, so einzigartig. Ich freute mich, ich lachte, ich kicherte; "Mein Baby, das ist mein Baby!". Ich sah hoch zu meinem Mann, der vor mir saß und meine Hände hielt und wir wussten, dass wir gleich unser Kind in den Armen halten würden.
Unsere Hebamme erklärte, dass mein Mann bei der nächsten Wehe meinen Oberkörper halten und ich ihr meine Hände geben sollte. Bevor ich wusste wir mir geschah kam die nächste Wehe und die Hebamme führte meine Hände direkt zum Körper meines Kindes. Ich spürte wie er hinaus glitt und plötzlich hielt ich mein Baby in den Händen! Ich ließ ihn noch unter Wasser und mein Mann und ich staunten dieses winzig kleine Wesen an, das bis gerade noch in meinem Bauch gelebt hatte. Unser Kind öffnete Augen und Mund und bewegte seine Ärmchen und Beinchen. Ich kann diesen Moment kaum in Worte fassen, es war überwältigend. Das Wunder der Schöpfung, das Wunder der Geburt, das Wunder Mensch direkt hier in meinen Händen. Ich hob ihn heraus, legte ihn auf meine Brust und überhäufte meinen von der plötzlichen Kälte empört schreienden Sohn mit Küssen. "Mein Baby ist da! Hallo Baby! Mein Baby ist da! Mein Baby ist da!" flüsterte ich ihm immer wieder ins Ohr und streichelte über seine weichen Haare. Mehr brachte ich in den nächsten Minuten nicht heraus. Ich war so unendlich glücklich, so durchflutet von Liebe, Kraft und Dankbarkeit. Es war 22:23 Uhr.
Dienstag, 30. April 2013
(Wahrscheinlich) gute Neuigkeiten
Zuerst einmal möchte ich mich von ganzem Herzen für eure vielen lieben, aufmunternden, mutgebenden und kraftspendenden Worte bedanken! Ihr habt mir wirklich über diese schwierigen Tage hinweg geholfen. Es ist einfach toll, dass ich über diesen Blog so wunderbare, liebe Menschen kennenlernen darf, die mir bzw. uns virtuell zur Seite stehen und mit uns fühlen. Danke! <3
Nun zu unserem Hörtest heute... Zuerst wurde das linke Ohr vermessen, während ich den Kleinen gestillt habe (er musste ruhig sein). Ich konnte dem Messergebnis zuschauen, während mir die Arzthelferin erklärte, dass die Kurve in den grünen Bereich steigen müsse, damit der Test unauffällig sei. Nach vier, fünf Durchläufen war die Kurve aber immer noch unterhalb des grünen Bereiches und ich musste schon die Tränen zurück kämpfen, da sich unsere Befürchtungen zu bewahrheiten schienen. Das Äffchen war mittlerweile eingeschlafen.
Dann wurde aufs rechte Ohr gewechselt und auch hier dümpelte die Kurve zwei, drei Versuche nur unterhalb des grünen Bereiches herum, bis sie plötzlich nach oben schnellte und mir tausend Steine vom Herzen fielen - er hört! Zumindest auf einem Ohr und die Arzthelferin beruhigte mich gleich in dem sie erklärte, dass auch das Gehör auf einer Seite ausreichend sei um normal Sprechen zu lernen. Was für eine Erleichterung. Da der Kleine so schön still war und schlief, wollten wir nochmal die linke Seite testen. Doch auch nach weiteren fünf Versuchen, blieb die Kurve unten.
Nach dem Test fand noch das Gespräch mit dem Professor statt, der die weitere Vorgehensweise besprechen wollte. Der Mann war sowas von sympathisch und plauderte erstmal noch über seine Kinder und darüber, wie niedlich doch Säuglinge wären. Außerdem trug er eine Fliege. *kicher*
Er stellte ein paar Fragen, schaute in die Ohren, stutzte und schickte uns direkt weiter zum Testen des Innenohrdrucks. Dort zeigte sich dann etwas, dass mich aufatmen ließ - auf dem linken Ohr sitzt ein Paukenerguss*! Diesen Befund kenne ich schon zu genüge vom Igelchen, der seit mittlerweile Dezember permanent Paukenergüsse auf beiden Ohren hat und wahrscheinlich noch dieses Jahr die Polypen entfernt und Paukenröhrchen eingesetzt bekommt.
Tatsächlich hustete das Äffchen in den letzten Tagen häufiger mal und auch die Nase war etwas verstopft (von wegen Nestschutz...). Das ist bisher das erste Mal, dass ich mich über diesen blöden Erguss freue und auch der Professor meinte, dass das wahrscheinlich die Erklärung für das negative Testergebnis sei. Wir sollen nun in vier bis sechs Wochen wiederkommen um den Hörtest zu wiederholen und hoffe einfach, dass dann alles gut ist. Selbst wenn nicht wissen wir ja nun, dass er zumindest auf einem Ohr hört.
*Für alle die nicht wissen was das ist, hier meine laienhafte, medizinisch inkorrekte Erklärung
Durch eine Erkältung entsteht Sekret, dass eigentlich durch die Nase abfließt. Ist der Weg aber dicht, fließt die Flüssigkeit in die Ohren (wegen fehlender Nasennebenhöhlen) und sammelt sich hinter dem Trommelfell. Dadurch kann das Trommelfell nicht richtig schwingen und das Kind hört schlecht (wie unter Wasser). Eigentlich soll das Sekret nach Abklinken der Erkältung abfließen, was unter Umständen aber sehr lange dauern kann und bei verengten Atemwegen durch z. B. vergrößerte Polypen noch deutlich erschwert ist. Kommt dann schon wieder die nächste Erkältung um die Ecke, steht die Suppe immer noch und weiterhin in den Ohren und das Kind hört dauerhaft schlecht. Das ganze kann sich durch Bakterien auch zu einer Mittelohrentzündung entwickeln.
Nun zu unserem Hörtest heute... Zuerst wurde das linke Ohr vermessen, während ich den Kleinen gestillt habe (er musste ruhig sein). Ich konnte dem Messergebnis zuschauen, während mir die Arzthelferin erklärte, dass die Kurve in den grünen Bereich steigen müsse, damit der Test unauffällig sei. Nach vier, fünf Durchläufen war die Kurve aber immer noch unterhalb des grünen Bereiches und ich musste schon die Tränen zurück kämpfen, da sich unsere Befürchtungen zu bewahrheiten schienen. Das Äffchen war mittlerweile eingeschlafen.
Dann wurde aufs rechte Ohr gewechselt und auch hier dümpelte die Kurve zwei, drei Versuche nur unterhalb des grünen Bereiches herum, bis sie plötzlich nach oben schnellte und mir tausend Steine vom Herzen fielen - er hört! Zumindest auf einem Ohr und die Arzthelferin beruhigte mich gleich in dem sie erklärte, dass auch das Gehör auf einer Seite ausreichend sei um normal Sprechen zu lernen. Was für eine Erleichterung. Da der Kleine so schön still war und schlief, wollten wir nochmal die linke Seite testen. Doch auch nach weiteren fünf Versuchen, blieb die Kurve unten.
Nach dem Test fand noch das Gespräch mit dem Professor statt, der die weitere Vorgehensweise besprechen wollte. Der Mann war sowas von sympathisch und plauderte erstmal noch über seine Kinder und darüber, wie niedlich doch Säuglinge wären. Außerdem trug er eine Fliege. *kicher*
Er stellte ein paar Fragen, schaute in die Ohren, stutzte und schickte uns direkt weiter zum Testen des Innenohrdrucks. Dort zeigte sich dann etwas, dass mich aufatmen ließ - auf dem linken Ohr sitzt ein Paukenerguss*! Diesen Befund kenne ich schon zu genüge vom Igelchen, der seit mittlerweile Dezember permanent Paukenergüsse auf beiden Ohren hat und wahrscheinlich noch dieses Jahr die Polypen entfernt und Paukenröhrchen eingesetzt bekommt.
Tatsächlich hustete das Äffchen in den letzten Tagen häufiger mal und auch die Nase war etwas verstopft (von wegen Nestschutz...). Das ist bisher das erste Mal, dass ich mich über diesen blöden Erguss freue und auch der Professor meinte, dass das wahrscheinlich die Erklärung für das negative Testergebnis sei. Wir sollen nun in vier bis sechs Wochen wiederkommen um den Hörtest zu wiederholen und hoffe einfach, dass dann alles gut ist. Selbst wenn nicht wissen wir ja nun, dass er zumindest auf einem Ohr hört.
*Für alle die nicht wissen was das ist, hier meine laienhafte, medizinisch inkorrekte Erklärung
Durch eine Erkältung entsteht Sekret, dass eigentlich durch die Nase abfließt. Ist der Weg aber dicht, fließt die Flüssigkeit in die Ohren (wegen fehlender Nasennebenhöhlen) und sammelt sich hinter dem Trommelfell. Dadurch kann das Trommelfell nicht richtig schwingen und das Kind hört schlecht (wie unter Wasser). Eigentlich soll das Sekret nach Abklinken der Erkältung abfließen, was unter Umständen aber sehr lange dauern kann und bei verengten Atemwegen durch z. B. vergrößerte Polypen noch deutlich erschwert ist. Kommt dann schon wieder die nächste Erkältung um die Ecke, steht die Suppe immer noch und weiterhin in den Ohren und das Kind hört dauerhaft schlecht. Das ganze kann sich durch Bakterien auch zu einer Mittelohrentzündung entwickeln.
Mittwoch, 24. April 2013
Hörst du mich?
Gestern war ich mit dem Äffchen beim Hörscreening. Wie die meisten sicherlich wissen geht es dabei darum, die Hörfähigkeit des Kindes festzustellen. Bei einer Entbindung im Krankenhaus wird der Test schon wenige Tage nach der Geburt durchgeführt, da unser kleiner Mann aber ambulant im Geburtshaus zur Welt kam, waren wir gestern beim HNO um den Test nachzuholen. Leider nicht mit einem positiven Ergebnis.
Beim Hörscreening werden die otoakustischen Emissionen (OAE) über eine Sonde im Ohr gemessen. Hierzu werden Schallwellen ausgesendet, welche von einem gesunden Innenohr wahrgenommen und reflektiert werden. Die Sonde misst dann das zurückkehrende Signal und darüber lässt sich bestimmen, ob und wie gut die Hörfähigkeit vorhanden ist. So weit die Theorie. In der Praxis ist dieser Test sehr anfällig für Störungen zum Beispiel durch Geräusche von außen oder Bewegungen des Kindes. Daher sollten die Kinder möglichst schlafen, wenn der Test durchgeführt wird und auch nicht am Schnuller saugen oder ähnliches.
Mein Äffchen schlief tief und fest auf meinem Arm und bewegte sich nur wenig. Die Sonde saß eigentlich recht gut im Ohr doch auch nach bestimmt zehn Durchläufen, war der Arzt nicht zufrieden mit dem Messergebnis. Der Wert, auf den es ihm ankam, bewegte sich fast durchgehend im Minusbereich, wobei er sich im Plus befinden müsste. Das bedeutet nun entweder, dass unser Äffchen eine mittel- bis schwergradige angeborene Hörschädigung hat oder dass die Messung nicht korrekt war. Wir sollten uns aber erstmal noch keine Sorgen machen, es käme wohl häufiger vor, dass der Test wiederholt werden muss.
Nun sitzen wir also hier und versuchen krampfhaft uns keine Sorgen zu machen. Ich weiß dass es schlimmere Erkrankungen als eine Schwerhörigkeit gibt, trotzdem ist das mein Baby und ich möchte dass er gesund ist. Ich möchte dass er meine Stimme hören kann, wenn ich mit ihm spreche oder ihm vorsinge. Ich möchte dass er uns versteht und irgendwann mit uns spricht. Eigentlich war ich mir sicher dass er auf Geräusche reagiert und sich auch schon das ein oder andere Mal erschreckt hat, wenn irgendwas auf den Boden knallte. Aber wie das so ist, wenn man permanent über etwas nachdenkt, ist man sich dann auf einmal doch nicht mehr so sicher.
Nächste Woche haben wir nun einen Kontrolltermin im Klinikum. Dort wird dann eine Hirnstammaudiometrie (BERA) durchgeführt, da diese wohl aussagekräftiger sein soll. So wie mir das erklärt wurde, wird dann über Elektroden die Reaktion des Gehirns bzw. der Nerven getestet, sodass es beim Ergebnis auch kein Vertun mehr gibt.
Wir sind gespannt. Und nervös. Und hoffen das Beste. Und versuchen uns keine Sorgen zu machen. Als ob.
Freitag, 19. April 2013
1 Monat Äffchen
Nun bist du, mein kleines Wunder, schon einen Monat alt. Unfassbar. Ich weiß, ich schreibe das immer, aber es geht alles so wahnsinnig schnell. Die Zeit rast dahin, dabei würde man so gerne die Welt anhalten um das alles richtig genießen zu können. Aber so ist nun mal der Lauf des Lebens - als Kind konnte man kaum bis morgen warten, nächste Woche war eine Ewigkeit und bis Weihnachten konnte man sich kaum vorstellen. Je älter man wird, desto mehr hält einen der Alltag auf Trab und alles plätschert an einem vorbei. Ich schweife ab.
Mein kleiner Mini-Mann - du bist wunderbar. Du bist schon jetzt ausgeglichen, geduldig und natürlich zuckersüß. Naja gut, mit der Geduld ist es schnell vorbei wenn du hungrig bist, aber das ist wohl bei jedem Baby so. Dann sperrst du dein Mäulchen ganz weit auf, wackelst hektisch mit dem Kopf hin und her und suchst die Nahrungsquelle. Meinen Arm, mein Kinn und meine Nase hast du schon des öfteren mit der Brust verwechselt und ich staune immer wieder darüber, wie kräftig so ein Baby saugen kann. Aua.
Du hast dich schon erstaunlich gut in unseren Rhythmus eingefügt und hast recht feste Schlafens- und Stillzeiten. Tagsüber schläfst du meistens zwei bis drei Stunden ehe du wieder Hunger hast. Im Gegensatz zu deinem Bruder schläfst du auch mal einfach so ein und nicht nur an der Brust und ich kann dich ohne Probleme ablegen, wenn du eingeschlafen bist. So verpennst du fast den ganzen Tag im Laufstall oder auf der Couch. Gut, manchmal will ich dich auch gar nicht ablegen, sondern genieße deine Nähe und schnuppere wie verrückt an dir rum. Babyduft ist einfach das Größte.
Du bist jetzt schon das zweite Kind in diesem Haushalt, das den Schnuller verschmäht. Ab und an nimmst du ihn zwar, aber so wirklich beruhigen lässt du dich damit nicht. Ich weiß nicht ob wir da irgendwas falsch machen oder ob euch der Naturnuckel einfach zu gut gefällt, jedenfalls sieht es momentan so aus, als hätten wir noch ein schnullerloses Kind. Später ja ganz toll, jetzt manchmal nicht so praktisch.
Unsere Nächte sind mittlerweile schon entspannt. Meist schläfst du Abends so gegen 20.30 Uhr ein und dann auch erstmal drei bist fünf Stunden durch. Danach hast du alle zwei bis drei Stunden Hunger. Die erste Schlafrunde verbringst du immer in deinem Bettchen direkt neben mir und wenn du dann zum ersten Mal wach wirst, nehme ich dich zu mir und wir verbringen den Rest der Nacht eng aneinander gekuschelt. Wie ich das liebe. Diesen winzig kleinen, warmen Babykörper an mir zu spüren. Beim Stillen schlafen wir beide sofort wieder ein und so bekomme ich doch erstaunlich viel Schlaf (wenn dein Bruder nicht übers Babyfon ruft). Zwischen 5 Uhr und 6 Uhr Morgens hast du dann nochmal eine unruhige Phase und bist eine Weile wach. Wie mir meine Hebamme sagte hat das wohl was mit der Verdauung zu tun, die dann am aktivsten ist.
Seit ein paar Tagen schaust du uns an. Du kannst den Blick noch nicht wirklich lange halten, aber man sieht es in deinem Gesicht arbeiten, wenn du mich, Papa oder deinen Bruder ansiehst. Besonders magst du glaube ich Henry, unseren schwarz weißen Kater, wo du doch schwarz-weiß am besten sehen kannst. Ich freue mich wahnsinnig auf dein erstes Lächeln, abgesehen von dem lauten (!) Gekicher im Schlaf. Aber das kommt auch alles noch früh genug. Bleib ruhig noch eine Weile länger mein kleines, winziges Superbaby. Groß wirst du - wie ich mittlerweile weiß - noch schnell genug.
Da das hier gerade ein bisschen zu sehr nach eitel Sonnenschein klingt sei noch gesagt, dass es auch anstrengende Momente gibt. Wenn ihr beide schreit zum Beispiel. Oder wenn du draußen im Tragetuch bist und dein Brüderchen unbedingt auf den Arm will. Oder wenn ich dich gerade stille und dein Bruder parallel irgendwelchen Unsinn macht. Dann muss ich dich abdocken, zur Seite legen und du musst warten. Eigentlich musst du ganz schön häufig warten, wenn das Igelchen zuhause ist, aber das ist wohl das Los der kleineren Geschwister. Bleibt abzuwarten wie sich das entwickelt, wenn deine Wachphasen länger werden.
Wie es auch kommen mag - es ist wunderschön, dass du da bist! Ich liebe dich so abgöttisch und kann mir das Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen. Das scheint deinem Großen Bruder ähnlich zu gehen, zumindest wenn man das an den Knutsch- und Streichelattacken misst. Du gehörst einfach hierher, zu uns. Du bist unser Bebie.
Mein kleiner Mini-Mann - du bist wunderbar. Du bist schon jetzt ausgeglichen, geduldig und natürlich zuckersüß. Naja gut, mit der Geduld ist es schnell vorbei wenn du hungrig bist, aber das ist wohl bei jedem Baby so. Dann sperrst du dein Mäulchen ganz weit auf, wackelst hektisch mit dem Kopf hin und her und suchst die Nahrungsquelle. Meinen Arm, mein Kinn und meine Nase hast du schon des öfteren mit der Brust verwechselt und ich staune immer wieder darüber, wie kräftig so ein Baby saugen kann. Aua.
Du hast dich schon erstaunlich gut in unseren Rhythmus eingefügt und hast recht feste Schlafens- und Stillzeiten. Tagsüber schläfst du meistens zwei bis drei Stunden ehe du wieder Hunger hast. Im Gegensatz zu deinem Bruder schläfst du auch mal einfach so ein und nicht nur an der Brust und ich kann dich ohne Probleme ablegen, wenn du eingeschlafen bist. So verpennst du fast den ganzen Tag im Laufstall oder auf der Couch. Gut, manchmal will ich dich auch gar nicht ablegen, sondern genieße deine Nähe und schnuppere wie verrückt an dir rum. Babyduft ist einfach das Größte.
Du bist jetzt schon das zweite Kind in diesem Haushalt, das den Schnuller verschmäht. Ab und an nimmst du ihn zwar, aber so wirklich beruhigen lässt du dich damit nicht. Ich weiß nicht ob wir da irgendwas falsch machen oder ob euch der Naturnuckel einfach zu gut gefällt, jedenfalls sieht es momentan so aus, als hätten wir noch ein schnullerloses Kind. Später ja ganz toll, jetzt manchmal nicht so praktisch.
Unsere Nächte sind mittlerweile schon entspannt. Meist schläfst du Abends so gegen 20.30 Uhr ein und dann auch erstmal drei bist fünf Stunden durch. Danach hast du alle zwei bis drei Stunden Hunger. Die erste Schlafrunde verbringst du immer in deinem Bettchen direkt neben mir und wenn du dann zum ersten Mal wach wirst, nehme ich dich zu mir und wir verbringen den Rest der Nacht eng aneinander gekuschelt. Wie ich das liebe. Diesen winzig kleinen, warmen Babykörper an mir zu spüren. Beim Stillen schlafen wir beide sofort wieder ein und so bekomme ich doch erstaunlich viel Schlaf (wenn dein Bruder nicht übers Babyfon ruft). Zwischen 5 Uhr und 6 Uhr Morgens hast du dann nochmal eine unruhige Phase und bist eine Weile wach. Wie mir meine Hebamme sagte hat das wohl was mit der Verdauung zu tun, die dann am aktivsten ist.
Seit ein paar Tagen schaust du uns an. Du kannst den Blick noch nicht wirklich lange halten, aber man sieht es in deinem Gesicht arbeiten, wenn du mich, Papa oder deinen Bruder ansiehst. Besonders magst du glaube ich Henry, unseren schwarz weißen Kater, wo du doch schwarz-weiß am besten sehen kannst. Ich freue mich wahnsinnig auf dein erstes Lächeln, abgesehen von dem lauten (!) Gekicher im Schlaf. Aber das kommt auch alles noch früh genug. Bleib ruhig noch eine Weile länger mein kleines, winziges Superbaby. Groß wirst du - wie ich mittlerweile weiß - noch schnell genug.
Da das hier gerade ein bisschen zu sehr nach eitel Sonnenschein klingt sei noch gesagt, dass es auch anstrengende Momente gibt. Wenn ihr beide schreit zum Beispiel. Oder wenn du draußen im Tragetuch bist und dein Brüderchen unbedingt auf den Arm will. Oder wenn ich dich gerade stille und dein Bruder parallel irgendwelchen Unsinn macht. Dann muss ich dich abdocken, zur Seite legen und du musst warten. Eigentlich musst du ganz schön häufig warten, wenn das Igelchen zuhause ist, aber das ist wohl das Los der kleineren Geschwister. Bleibt abzuwarten wie sich das entwickelt, wenn deine Wachphasen länger werden.
Wie es auch kommen mag - es ist wunderschön, dass du da bist! Ich liebe dich so abgöttisch und kann mir das Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen. Das scheint deinem Großen Bruder ähnlich zu gehen, zumindest wenn man das an den Knutsch- und Streichelattacken misst. Du gehörst einfach hierher, zu uns. Du bist unser Bebie.
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