Mittwoch, 22. Oktober 2014

Ein ganz normaler Tag

"Mama, ich muss Pipi.". Das sind die Worte, mit denen ich fast jeden Morgen endgültig geweckt werden. Ungefähr eine Stunde vorher hat mich der Kleine schon zum ersten Mal geweckt, indem er sich mit voller Wucht in meine Arme geworfen hat. Küssen, Kuscheln, Schnuller reichen, weiterdösen. Kurz darauf kommt der Große mit "Mama, ich will zu dir." unter meine Decke gekrabbelt. So liege ich dann da, in jedem Arm ein bettwarmes, kuschliges, geliebtes Kind und hoffe, dass ich nochmal einschlafe. Klappt meistens auch so halb, bis der Große dann eben merkt, dass er jetzt doch zur Toilette muss, was er Morgens auf keinen Fall alleine kann. Also raffen wir uns auf und schlurfen ins Bad - natürlich mit dem kleinen Bruder auf dem Arm, der muss schließlich auch überall und immer dabei sein. Danach kuscheln wir uns meistens nochmal unter die noch warme Bettdecke, bis wir alle richtig wach sind und die Forderung nach der morgendlichen Milch lauter wird. Meistens ist es dann so 8 Uhr.

Wir stehen also auf, gehen gemeinsam runter, ich mache Milch warm, verteile den ritualisierten Morgen-Keks (Ernährungsphysiologische Einwände hier bitte für sich behalten, Danke.) und wir gehen wieder hoch. Jetzt beginnt einer der für mich schönsten Teile des Tages - die Kinder spielen mit den Spielsachen, die sie seit dem Zubettgehen am Vorabend schmerzlich vermisst haben und mein erster Weg führt meistens in den Waschraum direkt neben dem Kinderzimmer (zu viel Wäsche, einfach viel zu viel Wäsche!) und anschließlich ins Bad. An guten Tagen schalte ich dann das Radio an während ein tolles Lied läuft, gehe duschen und mache mich in Ruhe fertig, während die Kinder glücklich und einträchtig spielen. An schlechten normalen Tagen gibts das erste Gezank noch während ich mit der Wäsche beschäftigt bin, spätestens wenn ich unter der Dusche stehe oder gerade tropfnass davor. Aber hey, so ist das eben mit zwei kleinen Kindern im Alter von 3 und 1,5 Jahren Zuhause und Streit schlichten/ablenken gehört zu den Königsdisziplinen. Notgedrungen.

Wenn ich fertig bin hat der Kleine meistens die Windel voll ("Krakra! Da Krakra einer. Krakra Titi da!", ihr versteht) und wird gewickelt und umgezogen. Dann ist noch Zeit für ein, zwei Bücher (gerne auch fünfmal das Gleiche) oder ich spiele ein bisschen mit bei Lego, Puzzle, Malen, Müllauto oder Koffer durch die Gegen ziehen - fragt nicht. Danach sträubt sich der Große meist immernoch gegen das Anziehen, lässt sich aber mit der Aussicht auf Frühstück und Aussuchen der Klamotten für den Tag ("Darf ich heute den Tigerpulli anziehen? Is heute dafür kalt genug?") locken. Sofern ich an dieser Stelle nicht das Zähne putzen vergesse (*räusper*), gehen wir dann runter zum Frühstück. Es ist jetzt ungefähr 9:30 Uhr.

Unten decken wir gemeinsam den Tisch: Der Große macht Toast, während der Kleine Besteck oder Frühstückskram zum Tisch schleppt. Ich mache mir endlich endlich eine Tasse Kaffee und ich schmiere so schnell ich kann ein Toast für den vermeintlich halb verhungerten kleinen Sohnemann, der alles ungeduldig jammernd mit "Meina! Meina! Da, da, ich, ich, meina!" kommentiert um sicher zu stellen, dass ich bloß erst sein Brot mache und dann das des großen Bruders. Der hat aber sowieso eine Engelsgeduld was die Versorgung mit Nahrung angeht, daher besteht da nicht so der Grund zur Sorge. Wenn alle Kinder versorgt sind, esse ich. Meistens ist das erste Kind fertig, wenn ich ein halbes Brot gegessen habe und ich frage mich mal wieder halb ernsthaft, wann die Kinder wohl mal bei mir sitzen bleiben, bis ich auch fertig bin. Natürlich noch nicht jetzt, schon ok, geht spielen. Das ist der Moment an dem ich mein Smartphone an schmeiße und eine Runde in der digitalen Welt drehe, während ich in Ruhe zu Ende frühstücke oder zwischendurch immer wieder aufspringe, um Situationen zu entschärfen.

Was die Streiterei angeht muss man aber auch wirklich dazu sagen, dass meine beiden Jungs einfach IMMER ALLES zusammen machen. Wenn der eine mit den Siku-Autos spielt, geht der andere dazu. Erst klappt das problemlos, bis einer dem anderen ein Auto weg schnappt/an der falschen Stelle fährt/den Weg des anderen kreuzt. Spielt einer dann mit der Holzeisenbahn, dauert es keine zwei Minuten, bis der andere dazu kommt und mitspielt. So geht das den ganzen Tag, was ich einerseits wirklich toll finde, weil sie offensichtlich sehr aneinander hängen und das gemeinsame Spiel wollen, andererseits birgt das aber natürlich gerade bei so kleinen Kinder auch unheimlich viel Konfliktpotenzial. Aber wie schon erwähnt - das ist hier unser Alltag und mittlerweile habe ich es ganz gut drauf, die Situationen zu entschärfen oder eben eine Alternative vorzuschlagen. Hinzu kommt, dass die beiden es auch immer häufiger selbst schaffen, ein Problem zu lösen ohne dass es sich weiter zuspitzt. Schlimmstenfalls endet es übrigens immer damit, dass sie anfangen zu rangeln, der Große den Kleinen weg schubst und dieser dann theatralisch schreiend liegen bleibt. Richtig schlimm wird es also so oder so nicht.

Nach dem Frühstück (10 Uhr/10:30 Uhr) gehen wir eigentlich immer raus, sofern es nicht wie in den letzten Tagen Katzen und Hunde regnet, wir einkaufen fahren müssen oder ich Haushalt zu machen habe. Steht die lästige Hausarbeit an, schmeiße ich den Staubsauger an und drehe eine Runde durchs Untergeschoss - das Obergeschoss wird tunlichst ignoriert und nur einmal in der Woche gesaugt (*flöt*). Die Kinder spielen währenddesssen weiter, "helfen" mir oder packen zu meinem entsetzen die Knete aus (mein persönliches Trauma!). Wenn wir drinnen bleiben lesen wir, spielen zusammen was sich eben so ergibt bzw. schaue ich den Kindern zu und werde so unweigerlich involviert oder wir *schauder* kneten. Meistens ist der Vormittag dann schon fast vorbei und der Kleine wird zwischen 11 und 12 Uhr wieder müde. Das Kind schläft aus Gründen die ich hier nicht näher erläutern möchte, fast immer auf meinem Arm beim Inhalieren oder beim Stillen ein, während ich dem Großen parallel gefühlte Tausend "Ich habe einen Freund der ist ..."-Pixi-Bücher vorlese.

Wenn der Kleine dann oben im Bett liegt, mache ich mit dem Igelchen irgendwas für ihn allein. Seit neuestem steht er total auf Gesellschaftsspiele und wir spielen mehrfach Äpfelchen, Schneckenrennen, Memo und Domino durch. Der Weihnachtsmann wird hoffentlich ein bisschen Abwechslung für uns mitbringen. Oft basteln wir auch, malen mit Wasserfarbe oder Fingerfarbe oder - persönliches Highlight bei groß und klein - backen. Manchmal putzen wir auch gemeinsam, falls das mal wieder ansteht. Heute haben wir das erste Mal mit dem Kleinen zusammen gebacken und das hat so toll geklappt, dass ich die Backeinheiten jetzt wohl generell auf den Vormittag oder Nachmittag verlegen werde.

Den Mittagsschlaf erklärt der Junior nach ungefähr ein oder zwei Stunden (also ca. 13-14 Uhr) für beendet und nach dem "Mittagessen" (wir kochen Abends) in Form von Frühstücksresten (ich stelle das immer in den Kühlschrank, weil ich die Wegwerferei von halb angeknabberten Broten leid war und es gibt erst was anderes zu essen, wenn das Frühstück gegessen ist) Joghurt, Obst, Fruchtmus oder ähnlichem, gehen wir jetzt aber wirklich spätestens raus. Oft unternehmen wir Nachmittags auch was: Fahren auf den Spielplatz, gehen zum Kinderturnen, Dienstags Müllabfuhr, treffen Freunde oder nehmen sonstige Termine wahr - irgendwas ist ja immer.

Während des ganzen Tages wurde ich schon hundert mal gefragt, wann denn der Papa kommt ("Hat der Papa heute lang? Kommt der wenn das Äffchen wach ist? Kommt der wenn das Äffchen noch schläft? Ist der Papa da, wenn wir wieder kommen? Kommt der Papa wenn die Müllabfuhr da war?") oder der Kleine zeigt immer wieder auf Papas Stuhl/den Parkplatz des Autos und erklärt "Papa albei! Papa da albei.". Irgendwann kommt er dann endlich nach Hause und wir gestalten den Rest des Tages gemeinsam.

An langen Tagen kommt der Papa übrigens um 16:30 Uhr nach Hause, an kurzen je nach aktuellem Stundenplan wesentlich früher. So oder so bin ich immer wieder dankbar dafür, dass mein Mann Lehrer ist und tatsächlich viel mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen kann, also andere "normale" Arbeitnehmer, die nicht selten erst um 19 Uhr oder später Zuhause eintrudeln. War bei mir ja nichts anderes, als ich noch Vollzeit gearbeitet habe. Trotzdem wird (und wurde vorher auch von mir) immer wieder unterschätzt, wie viel Arbeit ein Lehrer noch Zuhause erledigen muss. So oder so ist es aber schon ein Vorteil, sich die Heimarbeitszeit meist frei einteilen zu können, wenn das auch manchmal bedeutet, dass mein Mann und ich uns nicht mehr wirklich sehen, sobald die Kinder schlafen. Aber man kann eben nicht alles haben und es gibt ja auch Phasen, wo wirklich mal gar nichts los ist und er weder nach der Arbeit noch zur Schlafenszeit der Kinder noch was machen muss.

Dankbar bin ich auch dafür, dass unser Alltag so unglaublich entschleunigt ist und wir ganz in Ruhe unser Leben leben. Ich weiß das ist ein Privileg, wenn das auch nicht für jeden was wäre. Kein Wecker klingelt, es gibt kein hektisches auf die Uhr schauen und die Kinder zu Eile antreiben, keine Kita-Bring-/Abholzeiten, kein Frühstück das noch schnell rein muss oder Brotdosen die fertig sein müssen, keine festen Verpflichtungen. Wir machen worauf wir Lust haben und gestalten jeden Tag nach unseren Vorstellungen. Für meine Kinder ist es selbstverständlich, dass sie sich immer wieder selbst bzw. miteinander beschäftigen und ich eben auch andere Dinge nebenher mache und sie nicht den ganzen Tag bespaßt werden, obwohl mein Leben, mein Alltag natürlich total auf die Kinder ausgerichtet ist und ich immer Zeit für sie habe.

Obwohl das alles jetzt sehr nach rosa Zuckerwölkchen klingt, ist es manchmal leider nicht ganz so harmonisch bzw. viel fordernder, als es sich gerade anhört. Aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr - jetzt gebe ich mich noch der Erinnerung an diesen heute rundum schönen Tag hin und freu mich schon darauf, morgen wieder mit meinen Jungs im Arm aufzuwachen.

Montag, 13. Oktober 2014

12 von 12 - Oktober 2014

Gestern hatte ich wirklich alle Zeit der Welt, zwölf Bilder unseres Tages zu schießen. Wir haben nämlich Besuch von meiner besten Freundin aus der Heimat und der Große hängt wie eine Klette an seiner "Tante". Es ist einfach wundervoll mit zu erleben, wie sie ganz selbstverständlich Teil seines Lebens ist und wie gerne er sie hat, obwohl wir uns leider viel zu selten sehen. So bin ich gerne in den Hintergrund getreten und kann voll und ganz damit leben, ein wenig abgemeldet zu sein, solange sie hier ist. Gerade liest sie auch schon seit gut zwei Stunden Bücher vor, während ich ein wenig Freizeit am PC genieße. Sie sollte wohl öfter kommen...

Gestern Abend allerdings konnte ich dann meine 12 Bilder nicht mehr hoch laden, denn dann hatte ich meine Freundin endlich mal für mich. ;)

Mehr 12 von 12 gibts bei Frau Kännchen.


Gemütlicher Start in den Tag - alle sind zum Spielen im Kinderzimmer versammelt.



Da ich sowieso abgemeldet bin, wenn die liebste Tante und der Papa Zeit haben, kann ich auch eben meinen Nagellack ab-drehen. :)



Schon wieder kalt geworden - bin ich die Einzige, die es kaum schafft eine ganze Tasse heißen Kaffee zu trinken?



Nach dem Frühstück gehts erstmal raus in den Garten. Ne Runde Fußball spielen mit Papa.



Und - wie immer - Kastanien sammeln.


Und eine Girlande basteln mit der liebsten Tante - davon spricht er schon seit Wochen!



Morgen hat der Papa Geburtstag, daher wurde noch fleißig gebacken. Seit er zum Geburtstag die Mini-Formen bekommen hat, müssen wir immer auch einen Kuchen für ihn backen.



Snacktime.



Frisch gestärkt die Terrasse verwüstet.



Irgendwie war es plötzlich so luftig am Popo... kein Kommentar dazu!



Ausbeute vom Herbstspaziergang. 



Und für die Girlande haben wir schließlich auch noch einen Platz gefunden.

Samstag, 11. Oktober 2014

18 Monate Äffchen

Mein Kleiner, Eineinhalb bist du nun schon. Eineinhalb Jahre! Ich wiederhole mich ständig, ich weiß, aber wo ist die Zeit nur geblieben? Ich erinnere mich so klar an unsere Schwangerschaft, an die Geburt, an die ersten zauberhaften Stunden, Tage und Wochen mit dir. An das keckernde, glucksende, immer fröhliche, glückliche und zufriedene Baby, dass du warst. Es ist als wäre es gestern gewesen und ich habe jeden Moment genossen.

Das tue ich noch heute, denn du bist nach wie vor ein Sonnenschein. Allerdings bist du mittlerweile auch ein ziemlicher Frechdachs geworden und du lachst lauthals und schelmisch, wenn du wieder irgend einen Blödsinn angestellt hast - vorwiegend in Kooperation mit deinem Bruder. Wenn man "Nein!" sagt, steigert das deine Freude nur noch mehr und du würdest niemals daran denken, das zu lassen, was dir da so viel Spaß bereitet. Und wenn du nicht aufhörst, hört dein Bruder natürlich auch nicht auf... ein Teufelskreis. Das Schlimme daran ist eigentlich, dass man fast immer selbst mit lachen muss, wenn ihr wieder Schabernack treibt und euch so natürlich noch mehr anheizt. Aber so ist das eben mit zwei so kleinen Kindern Zuhause - Chaosverwaltung.

Dein, äh, explosives Wesen trägt auch seinen Teil dazu bei. Du weißt ganz genau was du willst und man kann dich nicht mehr so leicht austricksen. Ablenken lässt du dich meistens noch ganz gut, aber auch das wird weniger. Es ist sehr fordernd, euch beiden gerecht zu werden und dabei eurer beiden Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren, aber ich gebe mein Bestes und ich genieße das Leben und den bewusst mit euch gemeinsam gewählten Alltag sehr.

Diesen Monat hast du sprachlich einen unglaublichen Sprung gemacht. Ich kann kaum glauben, wie viele Wörter und sogar Sätze du mittlerweile sprichst. Auszugsweise versuche ich das mal wieder zu geben. Zu deinem Wortschatz gehören: Du differenzierst nun Krakor (Traktor) und Babba (Bagger), da rei (da rein, auch in Verbindung mit Mama da rei, Papa da rei), eine/ein/meine/ich (immer wenn du etwas haben möchtest oder dir ein Spielzeug gekrallt hast und es vor deinem Bruder verteidigst), Baj (Ball), Allo (Hallo), alle (leer, alle, Vorher: aja), om (oben), auf, Om-A (Oma), maen (malen), det nich (geht nicht), Aut (Auto), reich (reicht, genug), mal (nochmal), Eulö (Eule), albei (Arbeit, arbeiten). Du setzt alle Nomen und Verben die du beherrschst zusammen und sagst zum Beispiel "Mama da rein" oder "Det nich rei" oder "Krakor da om". Es hört sich wirklich so an, als würdest du komplette Sätze sprechen (von denen wir manchmal auch kein Wort verstehen) und ich bin sicher, dass das genau deine Absicht ist. Du plapperst ununterbrochen und wir erwischen uns manchmal, wie wir dir zuhören und dich anschmachten, weil es sich so unglaublich niedlich anhört, wie du quatschst und quatschst ohne Punkt und Komma.

Das Verhältnis zu deinem Bruder ist nach wie vor sehr innig - was auch bedeutet, dass ihr viel streitet. Trotzdem wollt und könnt ihr nicht ohneeinander. Wenn einer die Eisenbahn auspackt dauert es nicht lange, bis der andere auch daneben sitzt. Dann wird um ein bestimmtes Schienenteil, einen Anhänger, die Lok oder sonst was gestritten, aber es kommt nicht in Frage euch zu trennen. So geht das eigentlich den ganzen Tag mit allem. Trotzdem spürt man, dass ihr euch sehr lieb habt und jeden Abend beim Gute-Nacht-Sagen schmilzt mein Mutterherz, wenn ihr einander Küsschen aufdrückt, Handküsse werft oder euch umarmt. Diese kleinen Momente entschädigen für so manch haarige Situation im Alltag.

Kleiner Mann, wir lieben dich abgöttisch! Ich glaube ich liebe dich von Tag zu Tag mehr und alles an dir versetzt mich in Verzückung. Sogar deine Tobsuchtsanfälle sind irgendwie niedlich, auch wenn es mich manchmal in den Wahnsinn treibt, wenn du mal wieder genau das Gegenteil von dem tust, was man möchte. Dein fröhliches, liebevolles, freches Gemüt liebe ich genauso sehr, wie deine feuchten Küsse und deine festen Umarmungen. Du bist einfach wunderbar und perfekt, genauso wie du bist, mein Engel. Ich bin gespannt, wie du dich weiter entwickelst und was für Überraschungen du noch so für uns bereit hältst. Fest steht: Ich freue mich darauf. So sehr.

Dienstag, 30. September 2014

Kindermund

Auszug aus dem heutigen Gespräch zwischen Vater und Sohn beim abendlichen Vorlesen. Wieso, Weshalb, Warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Über mangelnden Wissensdurst können wir uns derzeit wirklich nicht beklagen. :)

"Warum steht das Grüffelokind denn auf und geht in den Wald?" 
"Wahrscheinlich weil es nicht schlafen kann." 
"Warum stillt der Grüffelo das denn nicht damit es schläft?" 
"Das müsste dann wohl eher die Grüffelomama machen."
"Wo ist denn die Grüffelomama?"...

Freitag, 12. September 2014

12von12 - September 2014

Ohne viele Worte, die Bilder unseres heutigen Tages. Mehr davon gibts bei Draußen nur Kännchen.


Guten Morgen, Baustelle! Gleich nach dem Aufstehen sind hier Kellerwände durch die Luft geflogen. Spannend.



Mein Großer übt sich im Alleine-Anziehen. Wenn er Lust dazu hat, klappt es ganz gut.



Endlich!



Lieblingsspielplatz für diverse Haushaltsmitglieder.



Apropos Haushalt - während die Kinder spielen...



Jetzt aber raus! Nachbars wilde Erdbeeren plündern.



Und den Hasen einen Besuch abstatten.



Halbe Mittagspause.



Kindheitserinnerung pur - Hüpfkästchen! 



Die letzten Tomaten aus dem Garten.



Während das Nachbarsmädchen die Jungs im Sandkasten bespaßte, war mir fast schon ein bisschen langweilig.... also hab ich das Kreuzworträtsel in der ELTERN gemacht. Ist euch das Lösungswort eigentlich auch immer egal? 



Unseren Besuch am Bahnhof abgeholt - bis Dienstsag ist eine meiner besten Freundinnen von der Mosel mit ihrem Söhnchen hier. Ich freu mich so!

Montag, 8. September 2014

Grenzüberschreitungen

Das was mir heute auf der Seele liegt ist etwas, über das man eigentlich mit niemandem spricht. Es geht darum die Nerven zu verlieren. Dabei ist es an dieser Stelle mal egal wer hier wann die Nerven verloren hat, es geht darum, dass es irgendwie immer wieder mal geschieht. Mal mir, mal meinem Mann, mal mehr, mal weniger intensiv. Heute Abend ist es auch hier mal wieder passiert. In der Zeit, in der sich diese Ereignisse häufen - nach dem Essen, vor dem Hoch gehen zum bettfertig machen. Wenn man rückblickend darüber nachdenkt, ist es eigentlich total lächerlich.

Es ging um Luftballons, die wir heute im Schuhhaus bekommen haben. Der gehörte dem kleinen Bruder und der Große wollte ihn unbedingt kaputt machen. Das wollten mein Mann aber nicht, weil, wie gesagt, war ja nicht seiner. "Ich will den Luftballon! Ich will den kaputt machen!" - "Du kannst den nicht haben, der gehört ..., den hat doch heute bekommen. Du hast deinen ja schon kaputt gemacht, weil du das wolltest, aber der hier ist nicht deiner" - "Ich will den aber haben!!! Ich will den aber kaputt machen!!" - "Das geht aber nicht...." Und so weiter. Ihr kennt das. So ging das noch eine Weile hin und her und sie schaukelten sich gegenseitig hoch. Der Tonwurde immer lauter. Weil er in keinster Weise davon zu überzeugen war, dass er diesen Luftballon eben nicht kaputt machen darf, platzierte mein Mann ihn außerhalb seiner Reichweite, weil er ihn andernfalls natürlich eben einfach zerquetscht hätte. Das war für das Igelchen natürlich das rote Tuch und er tobte los, wie es wohl nur Kleinkinder können. In seiner Rage zog er am Ladekabel des Handys und das Handy knallte auf den Boden. Vom Rand splitterte etwas Farbe ab, worauf hin mein Mann los brüllte.

Ich war mit dem Kleinen schon oben und bekam mit, dass die Situation sich zuspitzte. Also ging ich runter und versuchte auch nochmal mein Glück. "Was ist denn los?" - "Ich will den Luftballon kaputt machen!!" - "Aber das ist doch nicht deiner, du hast doch deinen schon kaputt gemacht. Du kannst ihn ja mit hoch nehmen, dann könnt ihr oben zusammen damit spielen?" - "Nein!! Aber... Ich will den aber zum Spielen haben!". "Ja gut, zum Spielen darfst du den ja haben, du sollst ihn nur nicht kaputt machen.". Da ich grundsätzlich versuche an das Gute in meinen Kindern zu glauben, gab ich ihm den Luftballon in der Hoffnung, dass er meinem Vorschlag folgen und ihn mit nach oben nehmen würde. Stattdessen nahm er den Luftballon und drückte ihn sofort so fest in seinem Arm, dass er zerplatzte.

Mit dem Zerplatzen des Luftballons, riss meinem Mann endgültig der Geduldsfaden. Er nahm den Großen am Arm, zog ihn zur Treppe, nahm ihn hoch und trug ihn ohne ein weiteres Wort nach oben. Der heulte natürlich und wollte wieder runter. Ich nahm ihn auf den Arm und ging mit ihm ins Schlafzimmer, wo wir uns aufs Bett setzten. In diesen Situationen wundere ich mich oft, wie ruhig ich plötzlich wieder bin - insbesondere wenn mein Mann außer sich ist, bin ich die Ruhe selbst. Umgekehrt ist es oft auch so, dass mein Mann ruhig bleibt, wenn ich völlig ausflippe.

Ich erklärte ihm also, dass wir wütend sind, weil er den Luftballon seines Bruders kaputt gemacht hat und dass wir es nicht in Ordnung finden, dass er das Handy runter gezogen hat und das Papa ihn deswegen angeschrien hat. Ich erklärte ihm ganz ruhig, dass der kleine Bruder doch den Luftballon erst heute bekommen hat und sich so darüber gefreut hat. Dass er ihn doch ganz stolz vom Auto ins Haus getragen und ihn dort abgelegt hat, um damit später spielen zu können. Als ich das sagte, hörte er auf zu Weinen und man sah wie ihm dämmerte, was er getan hatte. "Ich mach den jetzt nicht mehr kaputt." - "Schatz, du hast ihn doch eben schon kaputt gemacht." - "Aber das nächste mal, wenn wieder Schuhe kaputt sind und wir wieder neue kaufen gehen und wir wieder Luftballons bekommen, dann mach ich den nicht mehr kaputt". "Hm ja, in Ordnung. Und Schatz, wenn du möchtest, kannst du dich auch bei deinem Bruder entschuldigen, dass du seinen Luftballon kaputt gemacht. Und du kannst dich wenn du willst auch bei Papa entschuldigen, dass du sein Handy kaputt gemacht hast.". Darauf hat er mir nicht wirklich geantwortet, aber etwas später, beim Gute Nacht sagen, hat er seinen Bruder ganz fest in den Arm genommen und "Entschuldigung. Tut mir leid!" gesagt und danach hat er auch den Papa umarmt und sich ebenfalls entschuldigt, genau wie Papa übrigens.

Was mir nach diesen Ereignissen auf der Seele liegt ist das Gefühl, dass wir doch eigentlich die jenigen sein müssten, die ruhig bleiben und eben nicht ausflippen und rum schreien. Es fühlt sich im nachhinein so falsch an und trotzdem passiert es immer wieder. Ja ich weiß, wir sind alle nur Menschen, mit guten und schlechten Tagen, mal mit viel und mal mit weniger Nerven. Trotzdem finde ich es furchtbar, wenn es passiert und ich fühle mich schlecht, obwohl auch ich meinen Kindern danach sage, dass es mir leid tut und sie nichts dafür können. Da ist es wieder: Das allgegenwärtige, schlechte Gewissen!

Mir war die Entschuldigung des Igelchens übrigens nicht so wichtig, ich finde es aber natürlich trotzdem schön, dass er sie ausgesprochen hat. Wichtiger ist mir persönlich, dass ich ihn nochmal ganz fest umarmt und hab und ihm gesagt hab "Du, ich hab dich ganz doll lieb, auch wenn wir uns mal streiten und wütend aufeinander sind!". Denn irgendwo gehört Streit ja auch zu einer Beziehung. Ich bin fest davon überzeugt, dass es genau darum geht - meine Jungs sollen immer wissen, dass ich sie liebe, auch wenn mal nicht alles eitel Sonnenschein ist.

Samstag, 6. September 2014

Stoffwindel-Krise

Seit mein Kleiner ungefähr ein halbes Jahr alt war, nutzte ich für ihn fast ausschließlich Stoffwindeln, genauer gesagt die BumGenius Elemental, über die ich ja auch schon einmal ausgiebig berichtet habe. Auch im Säuglingsalter wurde er schon mit Stoffis gewickelt, da nur noch nicht so regelmäßig.

Bis zum Sommer diesen Jahres, also ungefähr ein Jahr lang, lief das Wickeln mit der BumGenius super und völlig problemlos. Doch plötzlich fiel mir auf, dass die Vorhaut ständig gerötet war und irgendwann sogar blutete. Da zockelte ich dann auch nicht lange herum und fuhr zum Kinderarzt. Der konnte mir auch keine genaue Erklärung liefern und meinte nur, dass viele kleine Jungs diese Problematik haben wegen der noch sehr engen Vorhaut und den Bakterien, die sich dadurch schnell ansammeln und vermehren können. Er verschrieb mir eine Salbe, die zwar half, das Problem aber irgendwie nicht behob. Erstmal wickelte ich ihn weiter mit Stoffwindeln, aber als die Entzündung einfach nicht abheilen wollte, wechselte ich testweise zur Wegwerfwindel. Siehe da, nach zwei Tagen war die Entzündung weg und kam auch nicht wieder.

Nach ungefähr einer Woche versuchte ich es dann wieder mit der BumGenius, doch leider war die Rötung und Entzündung schon nach einem Tag wieder da. Ich wechselte erneut zur Wegwerfwindel und nach zwei Tagen war die Entzündung mit Hilfe der Creme wieder abgeheilt.

Nun stand unser Urlaub vor der Tür und ich beschloss, bis nach dem Urlaub erstmal auf die Stoffis zu verzichten. Mittlerweile hatte ich über einen Monat mit Wegwerfwindeln gewickelt und die Entzündung war nicht mehr aufgetreten.

So richtig aufgeben wollte ich die Stoffwickelei aber nicht und startete im August einen neuen Versuch. Leider leider war die Entzündung prompt nach zwei Tagen wieder da, obwohl ich die Windel extra häufig wechselte. Seitdem habe ich es nicht wieder versucht und bin wirklich etwas traurig, dass ich nun scheinbar auf die Stoffwindeln verzichten muss. Ein anderes System möchte ich aber auch nicht ausprobieren, denn die Windeln sind ja auch nicht ganz billig und die BumGenius ist nach der Pop-In ja nun schon die Zweite Windel, von denen ich mir einige angeschafft hatte.

Verändert habe ich übrigens nichts, vor Auftreten der Unverträglichkeit, sprich kein anderes Waschmittel, Windelflies oder sonstwas. Hat irgend jemand vielleicht noch einen Tipp oder ähnliches erlebt? Ich würde wirklich gerne zu den Stoffis zurück kommen, aber natürlich nicht um diesen Preis...
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