Dienstag, 30. September 2014

Kindermund

Auszug aus dem heutigen Gespräch zwischen Vater und Sohn beim abendlichen Vorlesen. Wieso, Weshalb, Warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Über mangelnden Wissensdurst können wir uns derzeit wirklich nicht beklagen. :)

"Warum steht das Grüffelokind denn auf und geht in den Wald?" 
"Wahrscheinlich weil es nicht schlafen kann." 
"Warum stillt der Grüffelo das denn nicht damit es schläft?" 
"Das müsste dann wohl eher die Grüffelomama machen."
"Wo ist denn die Grüffelomama?"...

Freitag, 12. September 2014

12von12 - September 2014

Ohne viele Worte, die Bilder unseres heutigen Tages. Mehr davon gibts bei Draußen nur Kännchen.


Guten Morgen, Baustelle! Gleich nach dem Aufstehen sind hier Kellerwände durch die Luft geflogen. Spannend.



Mein Großer übt sich im Alleine-Anziehen. Wenn er Lust dazu hat, klappt es ganz gut.



Endlich!



Lieblingsspielplatz für diverse Haushaltsmitglieder.



Apropos Haushalt - während die Kinder spielen...



Jetzt aber raus! Nachbars wilde Erdbeeren plündern.



Und den Hasen einen Besuch abstatten.



Halbe Mittagspause.



Kindheitserinnerung pur - Hüpfkästchen! 



Die letzten Tomaten aus dem Garten.



Während das Nachbarsmädchen die Jungs im Sandkasten bespaßte, war mir fast schon ein bisschen langweilig.... also hab ich das Kreuzworträtsel in der ELTERN gemacht. Ist euch das Lösungswort eigentlich auch immer egal? 



Unseren Besuch am Bahnhof abgeholt - bis Dienstsag ist eine meiner besten Freundinnen von der Mosel mit ihrem Söhnchen hier. Ich freu mich so!

Montag, 8. September 2014

Grenzüberschreitungen

Das was mir heute auf der Seele liegt ist etwas, über das man eigentlich mit niemandem spricht. Es geht darum die Nerven zu verlieren. Dabei ist es an dieser Stelle mal egal wer hier wann die Nerven verloren hat, es geht darum, dass es irgendwie immer wieder mal geschieht. Mal mir, mal meinem Mann, mal mehr, mal weniger intensiv. Heute Abend ist es auch hier mal wieder passiert. In der Zeit, in der sich diese Ereignisse häufen - nach dem Essen, vor dem Hoch gehen zum bettfertig machen. Wenn man rückblickend darüber nachdenkt, ist es eigentlich total lächerlich.

Es ging um Luftballons, die wir heute im Schuhhaus bekommen haben. Der gehörte dem kleinen Bruder und der Große wollte ihn unbedingt kaputt machen. Das wollten mein Mann aber nicht, weil, wie gesagt, war ja nicht seiner. "Ich will den Luftballon! Ich will den kaputt machen!" - "Du kannst den nicht haben, der gehört ..., den hat doch heute bekommen. Du hast deinen ja schon kaputt gemacht, weil du das wolltest, aber der hier ist nicht deiner" - "Ich will den aber haben!!! Ich will den aber kaputt machen!!" - "Das geht aber nicht...." Und so weiter. Ihr kennt das. So ging das noch eine Weile hin und her und sie schaukelten sich gegenseitig hoch. Der Tonwurde immer lauter. Weil er in keinster Weise davon zu überzeugen war, dass er diesen Luftballon eben nicht kaputt machen darf, platzierte mein Mann ihn außerhalb seiner Reichweite, weil er ihn andernfalls natürlich eben einfach zerquetscht hätte. Das war für das Igelchen natürlich das rote Tuch und er tobte los, wie es wohl nur Kleinkinder können. In seiner Rage zog er am Ladekabel des Handys und das Handy knallte auf den Boden. Vom Rand splitterte etwas Farbe ab, worauf hin mein Mann los brüllte.

Ich war mit dem Kleinen schon oben und bekam mit, dass die Situation sich zuspitzte. Also ging ich runter und versuchte auch nochmal mein Glück. "Was ist denn los?" - "Ich will den Luftballon kaputt machen!!" - "Aber das ist doch nicht deiner, du hast doch deinen schon kaputt gemacht. Du kannst ihn ja mit hoch nehmen, dann könnt ihr oben zusammen damit spielen?" - "Nein!! Aber... Ich will den aber zum Spielen haben!". "Ja gut, zum Spielen darfst du den ja haben, du sollst ihn nur nicht kaputt machen.". Da ich grundsätzlich versuche an das Gute in meinen Kindern zu glauben, gab ich ihm den Luftballon in der Hoffnung, dass er meinem Vorschlag folgen und ihn mit nach oben nehmen würde. Stattdessen nahm er den Luftballon und drückte ihn sofort so fest in seinem Arm, dass er zerplatzte.

Mit dem Zerplatzen des Luftballons, riss meinem Mann endgültig der Geduldsfaden. Er nahm den Großen am Arm, zog ihn zur Treppe, nahm ihn hoch und trug ihn ohne ein weiteres Wort nach oben. Der heulte natürlich und wollte wieder runter. Ich nahm ihn auf den Arm und ging mit ihm ins Schlafzimmer, wo wir uns aufs Bett setzten. In diesen Situationen wundere ich mich oft, wie ruhig ich plötzlich wieder bin - insbesondere wenn mein Mann außer sich ist, bin ich die Ruhe selbst. Umgekehrt ist es oft auch so, dass mein Mann ruhig bleibt, wenn ich völlig ausflippe.

Ich erklärte ihm also, dass wir wütend sind, weil er den Luftballon seines Bruders kaputt gemacht hat und dass wir es nicht in Ordnung finden, dass er das Handy runter gezogen hat und das Papa ihn deswegen angeschrien hat. Ich erklärte ihm ganz ruhig, dass der kleine Bruder doch den Luftballon erst heute bekommen hat und sich so darüber gefreut hat. Dass er ihn doch ganz stolz vom Auto ins Haus getragen und ihn dort abgelegt hat, um damit später spielen zu können. Als ich das sagte, hörte er auf zu Weinen und man sah wie ihm dämmerte, was er getan hatte. "Ich mach den jetzt nicht mehr kaputt." - "Schatz, du hast ihn doch eben schon kaputt gemacht." - "Aber das nächste mal, wenn wieder Schuhe kaputt sind und wir wieder neue kaufen gehen und wir wieder Luftballons bekommen, dann mach ich den nicht mehr kaputt". "Hm ja, in Ordnung. Und Schatz, wenn du möchtest, kannst du dich auch bei deinem Bruder entschuldigen, dass du seinen Luftballon kaputt gemacht. Und du kannst dich wenn du willst auch bei Papa entschuldigen, dass du sein Handy kaputt gemacht hast.". Darauf hat er mir nicht wirklich geantwortet, aber etwas später, beim Gute Nacht sagen, hat er seinen Bruder ganz fest in den Arm genommen und "Entschuldigung. Tut mir leid!" gesagt und danach hat er auch den Papa umarmt und sich ebenfalls entschuldigt, genau wie Papa übrigens.

Was mir nach diesen Ereignissen auf der Seele liegt ist das Gefühl, dass wir doch eigentlich die jenigen sein müssten, die ruhig bleiben und eben nicht ausflippen und rum schreien. Es fühlt sich im nachhinein so falsch an und trotzdem passiert es immer wieder. Ja ich weiß, wir sind alle nur Menschen, mit guten und schlechten Tagen, mal mit viel und mal mit weniger Nerven. Trotzdem finde ich es furchtbar, wenn es passiert und ich fühle mich schlecht, obwohl auch ich meinen Kindern danach sage, dass es mir leid tut und sie nichts dafür können. Da ist es wieder: Das allgegenwärtige, schlechte Gewissen!

Mir war die Entschuldigung des Igelchens übrigens nicht so wichtig, ich finde es aber natürlich trotzdem schön, dass er sie ausgesprochen hat. Wichtiger ist mir persönlich, dass ich ihn nochmal ganz fest umarmt und hab und ihm gesagt hab "Du, ich hab dich ganz doll lieb, auch wenn wir uns mal streiten und wütend aufeinander sind!". Denn irgendwo gehört Streit ja auch zu einer Beziehung. Ich bin fest davon überzeugt, dass es genau darum geht - meine Jungs sollen immer wissen, dass ich sie liebe, auch wenn mal nicht alles eitel Sonnenschein ist.

Samstag, 6. September 2014

Stoffwindel-Krise

Seit mein Kleiner ungefähr ein halbes Jahr alt war, nutzte ich für ihn fast ausschließlich Stoffwindeln, genauer gesagt die BumGenius Elemental, über die ich ja auch schon einmal ausgiebig berichtet habe. Auch im Säuglingsalter wurde er schon mit Stoffis gewickelt, da nur noch nicht so regelmäßig.

Bis zum Sommer diesen Jahres, also ungefähr ein Jahr lang, lief das Wickeln mit der BumGenius super und völlig problemlos. Doch plötzlich fiel mir auf, dass die Vorhaut ständig gerötet war und irgendwann sogar blutete. Da zockelte ich dann auch nicht lange herum und fuhr zum Kinderarzt. Der konnte mir auch keine genaue Erklärung liefern und meinte nur, dass viele kleine Jungs diese Problematik haben wegen der noch sehr engen Vorhaut und den Bakterien, die sich dadurch schnell ansammeln und vermehren können. Er verschrieb mir eine Salbe, die zwar half, das Problem aber irgendwie nicht behob. Erstmal wickelte ich ihn weiter mit Stoffwindeln, aber als die Entzündung einfach nicht abheilen wollte, wechselte ich testweise zur Wegwerfwindel. Siehe da, nach zwei Tagen war die Entzündung weg und kam auch nicht wieder.

Nach ungefähr einer Woche versuchte ich es dann wieder mit der BumGenius, doch leider war die Rötung und Entzündung schon nach einem Tag wieder da. Ich wechselte erneut zur Wegwerfwindel und nach zwei Tagen war die Entzündung mit Hilfe der Creme wieder abgeheilt.

Nun stand unser Urlaub vor der Tür und ich beschloss, bis nach dem Urlaub erstmal auf die Stoffis zu verzichten. Mittlerweile hatte ich über einen Monat mit Wegwerfwindeln gewickelt und die Entzündung war nicht mehr aufgetreten.

So richtig aufgeben wollte ich die Stoffwickelei aber nicht und startete im August einen neuen Versuch. Leider leider war die Entzündung prompt nach zwei Tagen wieder da, obwohl ich die Windel extra häufig wechselte. Seitdem habe ich es nicht wieder versucht und bin wirklich etwas traurig, dass ich nun scheinbar auf die Stoffwindeln verzichten muss. Ein anderes System möchte ich aber auch nicht ausprobieren, denn die Windeln sind ja auch nicht ganz billig und die BumGenius ist nach der Pop-In ja nun schon die Zweite Windel, von denen ich mir einige angeschafft hatte.

Verändert habe ich übrigens nichts, vor Auftreten der Unverträglichkeit, sprich kein anderes Waschmittel, Windelflies oder sonstwas. Hat irgend jemand vielleicht noch einen Tipp oder ähnliches erlebt? Ich würde wirklich gerne zu den Stoffis zurück kommen, aber natürlich nicht um diesen Preis...

Dienstag, 19. August 2014

17 Monate Äffchen

Mein kleiner Sonnenschein, das letzte Mal habe ich hier geschrieben, also du gerade mal 13 Monate alt warst. Unglaublich viel ist seither mit dir geschehen.

Natürlich hast du körperlich einen großen Schuss gemacht, auch wenn ich keine Idee habe, wie groß du gerade tatsächlich bist. Aber gerade geistig hast du dich so sehr entwickelt. Du bist jetzt in dem Alter, wo du nahezu alles verstehst, was wir sagen, auch wenn du kaum sprechen kannst. Dein erstes Wort (nach Mama und Papa) war "Trakta" - Traktor, wobei das mittlerweile auch für Bagger, Müllauto, Kipper und ähnlich Baustellenfahrzeuge steht. Darüber hinaus sagst du "Nei" (Nein), "Am" (Dran machen, Anhänger), "Wa Wa" (Hund), "Brrrrr" (Pferd), "Tete" (deine Version vom Namen deines großen Bruders), "Ei" (Ich, Meins, für mich) und "Aja" (alle, leer).

Verständigungsprobleme haben wir trotzdem nicht, denn du kannst - sagen wir es mal freundlich - deine Meinung sehr deutlich kund tun. Sagen wir es nochmal direkt: Du bist eine kleine Furie. Es ist unfassbar, wie du ausrasten kannst und was dann aus dem kleinen, sympathischen Strahlemann wird, der du eigentlich bist. Du schmeißt dich auf den Boden, kreischst, brüllst, heulst, strampelst und wenn man dich dann auf den Arm nehmen will, drückst du dich mit aller Macht weg und machst deinen Körper so labberig, dass du einem fast durch die Arme flutschst.

Das geht ungefähr seit drei Monaten so und ich staune immer wieder über deine enorme Willenskraft und deinen Sturkopf. Doch genauso schnell, wie die Sturmfront aufzieht, verschwindet sie auch wieder und von einer auf die andere Sekunde lachst du wieder los. So wickelst du uns ständig um den Finger, sodass man trotz deiner beachtlichen Wutanfälle im nächsten Moment schon wieder mit lachen muss. Selbst dein großer Bruder lässt sich mittlerweile von deinem Gehabe beeindrucken und gewährt dir häufiger deinen Willen. Gut, man muss auch sagen, dass er oft genug der Grund ist, dass du überhaupt ausflippst, weil er dir z. B. mal wieder ein Spielzeug weg genommen hat.

Abseits deiner Jekyll-Hyde-Momente, bist du noch immer der gut gelaunte Sonnenschein, der du immer warst. Du stahlst immer zurück, wenn man dich anlächelt. Du verteilst großzügig feuchte Küsse und bist unglaublich schmusebedürftig. Du steigst auf jeden Blödsinn deines großen Bruders ein und machst alles, aber wirklich alles mit und nach oder versuchst es zumindest. Inklusive herunter springen aus egal welcher Höhe... wie oft ich dich schon in letzter Sekunde aufgefangen habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Du bist den ganzen Tag in Bewegung - tatsächlich läufst du fast immer wie ein aufgezogenes Duracell-Hässchen durch die Gegend. Wenn du nicht rennst, fährst du mit irgendwas durch die Gegend - drinnen mit Bobbycar oder Biene, draußen stürzt du dich sofort auf Bobbycar oder Wutsch und donnerst los. Was ein Glück, dass wir in einer Sackgasse wohnen, sonst wärst du vermutlich längst unter die Räder geraten. Mit deinen Fahrzeugen kommst du deinem Bruder locker hinterher und scheinst nie müde zu werden. Am liebsten bretterst du die Auffahrten der Nachbarn rauf und runter - Hauptsache es geht steil bergab. Mein kleiner Bruchpilot.

Wer so viel Energie verbraucht, muss irgendwann auch mal Kraft tanken. Meist wirst du Vormittags schon gegen 11 Uhr müde. Wenn ich dich frage, ob du in die Heia willst, kommst du meist sofort zu mir gelaufen, winkst deinem Brüderchen (den ich vorsorglich mit ausreichend Nahrung versorge), zeigst nach oben und beginnst nervös an meinem Shirt herum zu nesteln. Denn auch mit fast Eineinhalb stillen wir immer noch zum Einschlafen Mittags und Abends. Das sind die Momente, wo du wirklich ganz still liegst, zur Ruhe kommst und einfach nur genießt. Ich genieße diese ganz persönlichen Momente nur mit dir und für dich allein mindestens genauso. Denn häufig kommst du im Alltag gefühlt ein bisschen zu kurz, neben deinem Bruder der klar und deutlich sagt was er machen, essen, haben will und der so die Marschrichtung vorgibt. Du gehst mit, keine Frage, aber manchmal denke ich eben, dass du ja auch gar keine Wahl hast und einfach mitgezogen wirst. Eigentlich ist gerade dass das Schöne, im Leben mit mehr als einem Kind, trotzdem fühlt es sich eben manchmal so an, als würden wir nicht genug Rücksicht auf deine Wünsche oder Bedürfnisse nehmen. Da fühlt es sich umso besser an, dir zumindest beim Stillen volle Aufmerksamkeit zu schenken und nur für dich da zu sein.

Trotz allem vergötterst du deinen großen Bruder und mittlerweile umarmt und kuschelt ihr auch von ganz alleine miteinander. Das Igelchen sagt dir auch, dass er dich lieb hat, so wie heute Morgen, als er dich umarmt und dir ein "Ich hat dich lieb, kleiner Mann!" zu flüsterte. Das war ein unglaublich schöner Moment und ich hoffe dass du das weißt, auch wenn er dich manchmal von sich weist und Momente für sich alleine braucht. Das ist das harte Los, der kleinen Geschwister... glaub mir, Mama als kleine Schwester kennt das nur zu gut und ich weiß genau, wie du dich in diesen Momenten fühlst oder später fühlen wirst, denn jetzt bist du natürlich noch zu klein, um das emotional wirklich erfassen zu können. Du willst einfach nur immer bei allem dabei sein und machen, was das Igelchen macht. Meistens geht dein Plan auch auf und ihr beschäftigt euch lange und ausdauernd miteinander bzw. mit den gleichen Spielsachen. Ich sehe eure Geschwisterbeziehung besser und besser werden und erfreue mich täglich daran, dass ihr trotz aller Verschiedenheit doch viel aneinander habt.

Engelchen, du bist und bleibst mein kleiner Sonnenschein. Das bist du wirklich. Du bist absolut bezaubernd, anschmiegsam, liebevoll, charmant, offenherzig und aufgeschlossen. Alles und jeden wickelst du um den Finger, mit deinem strahlenden Lächeln und deinen blonden Haaren und blauen Augen. Du bist ein echter Schelm, der Blödsinn ausheckt und immer damit durch kommt. Man muss dich einfach lieben, küssen, umarmen, drücken und auf Händen tragen.

Du bereicherst jeden Tag, jeden Moment und triffst mich mitten ins Herz. Süßer, ich werde immer für dich da sein und versuchen auf dich aufzupassen. Ich kann und will dich nicht vor blauen Flecken bewahren, aber ich werde dir eine Hand reichen, wenn du sie willst und dir wieder aufstehen helfen. Ich liebe dich abgöttisch, mein kleiner Schatz und daran wird sich niemals etwas ändern.

Sonntag, 17. August 2014

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Seit ungefähr einer Woche ist es nun offiziell - mein Mann hat auf seine Bewerbung an der Mosel eine Absage bekommen.

Diesen Schlag mussten wir erst einmal verdauen, denn wie wir im Moment der Absage merkten, haben wir uns wohl doch mehr Hoffnung gemacht, als wir uns im Vorfeld eingestanden haben. An dem Tag hat mich die Absage wirklich sehr runter gezogen und ich musste ständig gegen die Tränen und die Hoffnungslosigkeit kämpfen. Plötzlich erschien mir die Möglichkeit, dass diese ganze Umzugs-neuer-Job-Sache jemals klappt, so unglaublich weit weg. Ich habe einfach ein paar Tage gebraucht, um wieder neuen Mut zu fassen.

Sehr dabei geholfen hat mir das Gespräch, dass mein Mann dieser Tage noch mit der zuständigen Dezernentin geführt hat. Sie ist diejenige, die im Prinzip entscheidet, wer den Job bekommt. Das Gespräch war durchweg positiv, auch wenn es dieses Mal leider nicht geklappt hat. Sie hofft, dass er sich weiter bewirbt und hat ihm auch schon ein paar passende Stellen genannt, die in den nächsten Monaten ausgeschrieben werden.

Wir werden es also weiter versuchen und hoffen, dass wir in naher Zukunft Glück haben, eine passende Stelle finden und letztlich doch noch den erhofften Weg gehen.

Ich möchte mich für die vielen lieben Kommentare, gedrückten Daumen und guten Wünsche bedanken! Manchmal strömt einem so viel Liebe und Sympathie aus diesem anonymen Internet-Ding entgegen, dass ist einfach großartig.

Mittwoch, 13. August 2014

3 Jahre Igelchen

Es ist der 14. August 2014 und damit dein dritter Geburtstag. Es ist 0:06 Uhr und ich liege zwischen euch, meinen schlafenden Kindern, aber ich finde noch keine Ruhe. Nur euer gleichmäßiges Atmen ist zu hören und der tiefe Friede, den nur schlafende Kinder verströmen, ist fast greifbar. Ich atme den Moment tief ein und denke zurück.

Vor genau drei Jahren lag ich im Geburtshaus in der Badewanne und veratmete Wehe um Wehe. Papa hielt meine Hände, stütze mich, sprach mir Mut zu und versuchte so gut es ging mich zu unterstützen. Ich hatte mir das vorher ja schon irgendwie alles anders vorgestellt, hatte gedacht, dass das unmöglich so weh tun konnte, wie es im Fernsehen aussah. Natürlich hatte ich keine Ahnung. Trotz der Schmerzen hatten wir eine wunderschöne Geburt und ich werde niemals den Moment vergessen, als wir beide es endlich geschafft hatten und du müde in meinen Armen lagst. Du warst so wunderschön, mit deiner kleinen Stubsnase und deinen braunen Wuschelhaaren, so unfassbar winzig, so perfekt und dein Duft hat mich von einer auf die andere Sekunde umhüllt und mich für immer an dich gebunden. Um 1:36 Uhr wurdest du geboren und hast unser Leben seither völlig auf den Kopf gestellt.

Von dem hilflosen, schutzbedürftigen Baby ist nicht mehr so viel übrig geblieben. Ab und an kommt es noch durch, wenn du dir weh getan hast, Angst hast oder müde bist. Diese raren Momente lassen dich wieder ganz klein werden und zeigen, wie sehr du uns eben doch noch brauchst.

Trotzdem bist du so schon so unfassbar groß geworden. Du bringst den Nachbarn alleine die ausgeliehene Eier zurück, versorgst dich selbständig mit Essen und Trinken, hilfst Tisch decken und die Käseplatte hübsch anrichten ("Wir sollen das aber so hübsch machen!"), backst nahezu allein einen Kuchen. springst von den höchsten Mauern (du suchst gerade ganz bewusst die körperliche Herausforderung), fragst mir RIESIGE Löcher in den Bauch, bist tagsüber komplett trocken und bist meistens der tollste große Bruder, den man sich vorstellen kann. Mit deinem Brüderchen machst du jeden Mist mit und wenn ihr doch mal streitet, finden wir gemeinsam fast immer einen Weg aus der Krise, ohne hauen oder schubsen. Und wenn doch mal die Pferde mit dir durch gehen, entschuldigst du dich danach dafür, wenn auch nicht immer freiwillig. Du bist zuverlässig, besonnen und kannst ziemlich clever argumentieren - manchmal stichhaltiger als mir lieb ist.

Du bist so ein wunderbarer kleiner Mensch und ich genieße es sehr, dich immer um mich zu haben. Gerade hast du wieder häufiger schwierige Momente und kleine Ausraster, wenn etwas nicht so läuft wie du möchtest, aber wenn ich ruhig bleibe und abwarte, bist du nach wie vor sinnvollen Argumenten total zugänglich und deine Wut verraucht so schnell wie sie gekommen ist. Natürlich habe ich auch Tage, an denen ich nicht so ruhig bleiben kann und dann tut es mir jedes Mal leid, dass ich nicht stark genug für dich sein konnte. Du weißt, dass ich leider auch allzu schnell in die Luft gehen kann, aber auch ich entschuldige mich dafür bei dir und so denke und hoffe ich, dass wir beide sicher durch diese Stürme segeln.

Mein Großer, ich kann kaum glauben, wie schnell die letzten drei Jahre vergangen sind. Drei Jahre sind wir nun deine Eltern und stehen damit täglich vor neuen Herausforderungen, die wir mal gut und mal schlecht meistern, aber immer gemeinsam. Vor drei Jahren begannen die schlaflosen Nächte, das permanent schlechte Gewissen, dass nur Mütter kennen und die quälenden Sorgen, die nur Eltern kennen. Ich möchte nichts davon missen.

Seit drei Jahren erfüllst du unser Haus mit Lachen, Leben und Freude. Vor drei Jahren ist mein Herz ein riesiges Stück gewachsen und hat einer so tiefen, aufrichtigen Liebe Raum geschaffen, von der ich nicht dachte, dass sie existiert. Seit drei Jahren, bin ich so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben.

Mein Hase, ich liebe dich so sehr, wie du es wahrscheinlich erst verstehen wirst, wenn du selbst eines Tages neben dem Bett deines schlafenden Kindes sitzen und es gedankenversunken anhimmeln wirst. Du bist das größte Geschenk, dass mir das Leben machen konnte, denn du hast mich zu dem gemacht, was ich heute und für immer bin, deine Mama.

Schlaf gut, mein Schatz. Wenn du aufwachst, wartet dein Geburtstag schon auf dich. Und du weißt ja: "Heute kann es regnen, stürmen oder schneien,..."

Happy Birthday.
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