Donnerstag, 26. Februar 2015

Hinter den Kulissen - Babybauch 24+2

Schon wieder ist eine Woche verstrichen und ich befinde mich nun bereits in der 25. Schwangerschaftswoche. Wow. Die Zeit rast wirklich an mir vorbei. Meine Gebärmutter ist jetzt so groß wie ein Fußball und das kleine Wunder darin ungefähr 30 Zentimeter groß und 600 Gramm schwer. Obwohl ich das jetzt schon zum dritten Mal erlebe, ist es für mich manchmal unvorstellbar, dass in meinem Bauch genau jetzt ein so großes Kind lebt und jeden Tag wächst und sich entwickelt. Natürlich weiß ich, dass wir in etwas mehr als drei Monaten genau dieses Kind in Empfang nehmen und bestaunen werden, aber es ist und bleibt dennoch eines der letzten großen Wunder nd ich bestaune dieses Menschwerdung immer wieder aufs Neue.

Schon jetzt denke ich ab und zu daran, dass das sehr wahrscheinlich die letzte Schwangerschaft ist, die ich erleben darf und wie sehr ich diesen Bauch und vor allem die Tritte dieses noch unbekannten Wesens darin vermissen werde. Aber das gehört dazu zum Mama sein - man erlebt vieles zum ersten, aber eben gleichzeitig auch zum letzten Mal. Da ich (zu!) sentimental veranlagt bin, zieht mich das manchmal ein bisschen runter, wo ich eigentlich den Moment genießen sollte. Hach ja. Aber ich glaube das kennen viele Frauen, wir sind eben komplizierte Wesen. :)

Umso glücklicher bin ich, dass ich es bisher wirklich durchgezogen habe, jede Woche schöne Fotos von meinem wachsenden Bauch zu machen. Damit werde ich später sehr glücklich sein, dass weiß ich schon jetzt. Zumal meine Jungs bei fast jedem "Shooting" dabei sind und so mittlerweile auch schon einige Bilder von uns Dreien (eigentlich ja Vieren, hihi) entstanden sind. Macht man ja sonst eher selten, also Fotos von sich selbst mit seinen Kindern.

Dabei braucht man dafür kein professionelles Fotostudio - ein neutraler Hintergrund und die richtige Belichtung tun schon ihren Teil für das Gelingen des Bildes. Damit ihr mal seht, in welchem "Set" meine Fotos jede Woche entstehen, zeige ich euch mal ein unverschönertes Szenenbild. Ich fotografiere vor der weißen Gardine im Kinderzimmer, zwischen Stofftieren, Bauklötzen, ausgekippten Duplokisten und umherflitzenden Kindern. Dabei muss immer ein Tisch neben dem Stativ stehen, denn bei den meisten Bildern haben die Jungs selbst den Auslöser gedrückt. Ist ja auch total interessant, was Mama da macht und Knöpfchen drücken ist doch sowieso toll.


Man sollte sich vielleicht etwas mit dem Manuellen-Modus seiner Kamera auskennen, zumindest wenn man - so wie ich - ins Gegenlicht und fotografiert, aber ansonsten ist das wirklich kein Hexenwerk. Sehr dienlich kann das Aufnehmen in schwarzweiß sein, denn ich finde Schwarzweiß-Fotos sehen an sich schon hochwertiger aus und verzeihen eher leichte Unschärfen. Aber ob schwarzweiß oder in Farbe ist natürlich Geschmackssache.

So oder so war ich nach jeder Schwangerschaft einfach froh, eine so greifbare Erinnerung an diese wundervolle Zeit zu haben und ich konnte mir dann doch schneller als gedacht nicht mehr so recht vorstellen, mal einen richtigen Babybauch gehabt zu haben. Das geht euch bestimmt auch so, daher ran an die Kameras und ab vor den Vorhang. :)

Samstag, 21. Februar 2015

3 Wochen Kindergarten - oder wie mein Kind plötzlich abdreht

Die ersten drei Wochen als Kindergartenkind liegen nun hinter meinem Großen und uns. Vielleicht interessieren ja den ein oder anderen unseren bisherigen Erfahrungen, daher möchte ich heute mal ein bisschen davon erzählen, wie es so lief und läuft.

Am 2. Februar ging es also los, der erste Tag im Kindergarten stand an. Wir hatten vorher mit den Erzieherinnen vereinbart, dass wir keinen "kalten Start" möchten, sondern eine sanfte, stückweise Eingewöhnung. Also verbrachten wir (beide Jungs und ich) die komplette erste Kindergartenwoche gemeinsam in der Gruppe. Für den Großen war das glaube ich ziemlich ideal, denn sein kleiner Bruder stürzte sich völlig furchtlos ins Getümmel und zog ihn so ein Stück weit mit. Ich selbst versuchte mich von Beginn an möglichst weit zurück zu ziehen und saß fast immer auf dem Flur. Der Kleine hat mich eigentlich kaum gesucht (*heuli*), aber mein Großer kam dann doch häufig zu mir, schaute ob ich noch da bin oder forderte mich dann eben doch zu etwas bestimmtem auf ("Mama, du sollst mit mir ein Puzzle machen / ein Spiel spielen / in die Bauecke kommen"). Dann ging ich natürlich mit und versuchte dann, mich nach der gemeinsamen Aktivität wieder zurück zu ziehen. An dieser Stelle hätte ich mir teilweise mehr Aktivität oder Aufmerksamkeit durch die Erzieherinnen (insbesondere der Bezugsperson) gewünscht.

Zu Beginn der zweiten Woche war der Große dann erstmal krank. Freitags bekam er Fieber und blieb bis einschließlich Dienstag Zuhause. Am Mittwoch gingen wir dann wieder gemeinsam hin, dieses mal zum ersten Mal zum gemeinsamen Frühstück. Am Mittwoch sollte er dann erstmalig alleine dort bleiben, was ich auch schon Dienstags und Mittwochsmorgens mit ihm so abgesprochen hatte und womit er einverstanden war. Am Mittwochmorgen freute er sich wirklich darauf, dass er zum ersten Mal alleine gehen "durfte" und erzählte auch dem kleinen Bruder nochmal ausgiebig davon. Das Weg bringen lief völlig reibungslos - er drückte mich und den Kleinen ganz fest, gab uns ein Küsschen und winkte uns, als wir gingen. Bäm. Geweint hat der Kleine, denn der wollte gerne da bleiben und mitspielen. Vormittags rief die Bezugserzieherin dann auch an und erzählte, dass alles in Ordnung sei und sie jetzt zum Turnen gingen, worauf er sich auch schon sehr freue.

Seit Mitte der zweiten Woche geht der Große nun also alleine in den Kindergarten - ich bringe ihn auf 9 Uhr zum gemeinsamen Frühstück und hole ihn zwischen 11:30 Uhr und 12:00 Uhr wieder ab. Es wurde bisher keine Träne beim Bringen oder Holen vergossen und er scheint sich mit den Erzieherinnen und in der Gruppe wohl zu fühlen. Er ist wohl eher zurückhaltend, schaut viel zu, hängt ein bisschen an "seiner" Erzieherin und ist auch sonst eher ein Ruhiger, aber das ist auch genau das, was ich mir bei ihm vorgestellt habe. Interaktion mit anderen Kindern, insbesondere in einer so großen Gruppe, ist bisher nicht so sein Ding, aber er kennt es ja auch einfach nicht und muss sich da denke ich erst einfinden.

Das klingt jetzt alles super und einfach und ist es, was den Kindergarten und die Zeit dort betrifft, auch, allerdings hat sich Zuhause seither einiges verändert. Ich weiß gar nicht so recht, wie ich das beschreiben soll, aber er ist ein, zwei Stunden lang (manchmal den Rest des Tages) total schräg drauf. Er schmeißt wahllos Sachen durch die Gegend (Servietten vom Tisch runter, Spielzeug quer durch den Raum, fegt plötzlich die Figuren der Gesellschaftsspiele vom Spielfeld), ist extrem weinerlich, geht bei Widerworten direkt an die Decke, will Brot und wenn das Brot auf dem Tisch steht doch Joghurt und macht genau das, von dem er weiß, dass er es nicht soll. Kurzum, er benimmt sich total daneben.

Auf Nachfrage kann er nicht sagen, was los ist. Er ist aber ohnehin nicht so gut darin, seine Gefühle in Worte zu fassen und gehört eher zur schweigsameren Sorte Mensch. Meine Vermutung ist, dass er mit den vielen Eindrücken und der neuen Situation am Morgen doch etwas überfordert ist und das auf diese Art und Weise kompensiert. Außerdem ist er ja den ganzen Morgen über eher ruhig und zurückhaltend, sodass sich danach vielleicht auch einfach die körperliche Anspannung entladen muss, weil er eben im Kindergarten nicht tobt und rennt und dergleichen.

Ich habe überlegt, ob ich ihn vielleicht mit einem täglichen Ritual nach dem Kindergarten irgendwie wieder erden kann, aber so richtig ist mir da noch nichts eingefallen. Lesen möchte er Zuhause erstmal nicht, Essen meistens auch noch nichts, Hörspiele mag er nicht und sonst ist mir noch nichts eingefallen. Zumal ich als erstes immer den kleinen Bruder ins Bett bringen muss, da 12 Uhr seine Schlafenszeit ist und der Große dann eine Weile immer erstmal auch noch warten muss.

Wenn ich das Gefühl habe, dass es unterm Strich zu viel für ihn ist, lasse ich ihn einfach mal einen Tag Zuhause. Das haben wir gestern so gemacht und es war einfach mal wieder ein schöner, völlig entspannter, stressfreier gemeinsamer Tag. Wir haben ewig gespielt, im Schlafanzug gefrühstückt und Babyklamotten vom Dachboden geholt. Das war das Highlight für die Jungs, denn sie durften alle Kartons hemmungslos auskippen und den Inhalt auf einer Matratze verteilen (und sich drauf schmeißen und drüber wälzen, hihi). Der Kleine war davon so begeistert, dass er seinen eigenen Schrank auch komplett entleert hat, während ich mit dem Großen die Babyklamotten wieder sortiert habe. Hach ja, Kinder sind schon großartig. :)

Ansonsten kann ich da glaube ich im Moment nicht viel machen, außer mit ihm zu sprechen, ihm immer wieder zu erklären, wieso er Diesunddas bitte lassen soll und versuchen für ihn da zu sein. Meistens klappt das ganz gut, aber - ganz ehrlich - manchmal ist er so eklig drauf, dass es mir auch den letzten Nervt raubt und ich die Fassung verliere. Leider völlig menschlich, auch wenn mir das im Nachhinein immer sehr leid tut und ich ihm dann auch erkläre, wieso ich so über reagiert habe. Aber auch da ist mein Großer dann kein "Mann der großen Worte" (typisch Kerl.... seufz) und sagt nicht groß was dazu.

Wir werden sehen, wie es weiter geht, drei Wochen ist ja auch wirklich noch ganz am Anfang. Ich habe die Hoffnung, dass sich das alles reguliert, wenn er sich mehr an den Alltag im Kindergarten gewöhnt hat und da vielleicht auch ein bisschen mehr er selbst ist. Denn ich weiß, dass das nicht wirklich mein großer Sohn ist, der hier Nachmittags seine dunkle Seite auslebt, aber ich bin froh, dass er wenigstens auf diese Weise zeigt, dass etwas nicht stimmt, anstatt einfach alles in sich hinein zu fressen.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Mädchen-Shopping - Babybauch 23+1

Heute hab ich mich getraut! Ich hab zum ersten Mal Klamotten für das Bauchmädchen bestellt. Zack. Bisher hab ich in Geschäften zwar geguckt, aber auch wenn was Süßes dabei war, konnte ich es irgendwie noch nicht kaufen. Anfang der Woche hab ich mich dann durch meine liebsten Babyklamotten-Sites geklickt und bin bei ein paar niedlichen Teilen von Marks und Spencer hängen geblieben. Als heute dann eine E-Mail mit einem Gutschein über 20 Prozent im Postkorb landete, hab ich das einfach mal als Zeichen gewertet und bestellt.

Zudem gehen hier gerade die ersten Basare und Second Hand-Veranstaltungen los und ich hoffe, dass der Bann jetzt gebrochen ist und ich ein paar schöne Teile finde. Es ist einfach der Wahnsinn, was man da für kleines Geld so ergattern kann. Eigentlich brauch ich ja gar nichts für ein drittes Baby, aber schon beim Zweiten konnte ich es mir nicht verkneifen, das ein oder andere Teil anzuschaffen. Macht ja auch Spaß, oder?

Ansonsten geht es mir was die Schwangerschaft betrifft unverändert gut, nur die olle Erkältung werde ich einfach nicht los, aber auch das kenne ich schon aus der zweiten Schwangerschaft. Ich freue mich total, dass die Bewegungen im Bauch nun immer heftiger und deutlicher werden. Da ich dieses mal eine Vorderwandplazenta habe, waren das Klopfen und Pochen bisher vergleichsweise wenig und das hat mich zwischendurch doch irgendwie beunruhigt. Ich hatte ja glaube ich schonmal geschrieben, dass ich mir in dieser Schwangerschaft grundsätzlich mehr Sorgen mache und ein bisschen mit dem Gedanken hadere, warum ausgerechnet wir dreimal so ein unfassbares Glück haben sollten, drei gesunde Kinder zu bekommen. Zwar gibt es bisher keinen medizinischen Grund für eine solche Annahme, aber ein wenig denke ich, dass ich mein Glück heraus fordere.

Das einzige, was seit längerer Zeit immer mal wieder vor kommt ist, dass der Bauch hart wird. Vermehrt dann, wenn es mir nicht so gut geht oder ich müde bin. Meine Ärztin riet mir zur Einnahme von Magnesium aber meine Hebamme meinte, dass das hart werden des Bauches an sich nichts schlimmes ist (solange der Muttermund geschlossen und der Gebärmutterhals nicht verkürzt ist), sondern eher als Warnsignal des Körpers verstanden werden sollte. Wie sagte sie es - wenn man da Magnesium nimmt ist das, als würde die Warnlampe fürs Öl im Auto aufleuchten und man würde einfach die Sicherung raus drehen, anstatt Öl nach zu kippen. Das fand ich äußerst logisch und so habe ich mich gegen das Magnesium entschieden und werde versuchen, mehr auf meinen Körper und seine Signale zu achten.

Apropos Körper - meinen stetig wachsenden Bauch genieße ich sehr! Ist das toll, dass ich endlich auch mal so früh schon einen "richtigen" Babybauch habe! Bei den Jungs wurde der Bauch ja erst um die 24. Woche herum überhaupt sichtbar und jetzt trage ich schon ein richtige Kugel vor mir her. Einfach toll. Ich liebe diesen Bauch und werde ihn, da bin ich schon jetzt sicher, schmerzlich vermissen, wenn er weg ist. Vor allem, weil er danach nie mehr wieder kommen wird. Alles zum letzten Mal - schon traurig.

Sonntag, 15. Februar 2015

Die Sache mit den Hebammen - Babybauch 22+1

Diese Woche bin ich ein bisschen spät dran mit dem Babybauch-Bild, da zuerst meinen Großen und dann mich ein ganz fieser Virus (vermutlich aus dem Kindergarten...) niedergestreckt hatte. Das Bild ist bereits Anfang der Woche entstanden, genauer gesagt vergangenen Dienstag, also bei 22+1. Seit heute geht es mir endlich wieder gut, dafür liegt jetzt der Kleine mit Fieber im Bett. Hatte ich schonmal erwähnt, wie sehr ich mich auf den Frühling und damit hoffentlich das Ende dieser Viren-Endlosschleife freue?!

Jedenfalls bin ich diese Woche zufällig auch auf eine Reportage aufmerksam geworden, die mir mal wieder ein immernoch brisantes Thema vor Augen geführt hat - die existenzielle Bedrohung der Hebammen. Ich weiß, ich weiß, ein alter Hut, wurde schon tausend mal drüber geschrieben, es wurde auf allen Kanälen geteilt und keiner mag sich jetzt mehr so richtig damit beschäftigen. Aber wisst ihr was, all das Teilen, die (kurze) Aufmerksamkeit der Medien und das Aufbäumen diverser Mutti-Bloggerinnen hat leider bisher rein gar nichts gebracht - nach wie vor sind unsere Hebammen vom Aussterben bedroht und die Zeit läuft unerbittlich gegen sie.

Die Reportage, die mich mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hat, war "Hebamme am Limit" über Anja Lehnerzt, die bisher als letzte freiberufliche Hebamme in der gesamten Umgebung von Trier an der Mosel noch Hausgeburten betreut hat und diese Tätigkeit nun zum Ende des letzten Jahres einstellen musste. Das macht mich natürlich auch deshalb so fassungslos, weil das grob geografisch gesehen meine Heimat ist und ich - würden wir schon jetzt wieder an der Mosel leben - damit keine Möglichkeit hätte, mein Kind außerklinisch zur Welt zu bringen. Also außer allein Zuhause natürlich. Natürlich bin ich persönlich unglaublich dankbar, dass auch mein drittes Kind hier in unserem wundervollen Geburtshaus zur Welt kommen darf, aber das ändert ja nichts an der Gesamtsituation für die Hebammen und daran, dass es bald keine Wahlfreiheit mehr geben wird. Weder für uns, noch für unsere Kinder.

Eine nachhaltige Lösung zur Haftpflicht-Problematik der Hebammen wurde von der Politik bis heute noch immer nicht gefunden und wenn es so weiter geht, wird es ab Juli 2016 keine freiberuflich tätigen Hebammen mehr geben, ganz einfach weil es dann keinen Versicherer mehr geben wird, der den notwendigen Versicherungsschutz überhaupt noch anbieten wird. Falls noch nicht ganz klar ist, was das bedeutet: Keine außerklinischen Geburten mehr, keine Beleggeburten mehr, keine Schwangerschafts- und Wochenbettbetreuung mehr. Hier geht es nicht nur um die "paar" Frauen, die ihr Kind nicht im Krankenhaus zur Welt bringen möchten, es geht um die zukünftige Versorgung aller Schwangeren und Neugeborenen und um das Aussterben eines ganzen Berufsstandes.

Was kann man tun? Auf der Aktionsseite des Deutschen Hebammenverbandes könnt ihr Gesicht zeigen für eure Hebamme. Dort könnt ihr euch auch die aktuelle Landkarte der Unterversorgung ansehen oder selbst eure Unterversorgung melden. Auch auf der Seite der Elterninitiative "Hebammenunterstützung" könnt ihr euch stark machen für eure Hebamme. Das Wichtigste ist wohl, dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät und auf allen Kanälen immer wieder geteilt und gepusht wird - schrieb darüber, erzähl davon und Steh auf, für deine Hebamme!

Samstag, 14. Februar 2015

12von12 - Februar 2015

Heute kommentarlos und nur 10 Bilder, weil ich seit Tagen krank vor mich hin sieche. Hoffentlich bis bald!










Donnerstag, 5. Februar 2015

Outing die Dritte (und Letzte?!) - Babybauch 21+3



Am vergangenen Montag fand der von meiner Frauenärztin angebotene Geschlechts-Bestätigung-Ultraschall statt, von dem ich kürzlich berichtet hatte. Etwas mehr als zwei Wochen sind nun seit dem letzten Schall und damit der plötzlichen Änderung des Outings von einem Jungen zu einem Mädchen vergangen. 

Zwei Wochen, in denen ich versucht habe so wenig wie möglich über diese ganze Sachen nachzudenken. Ich habe versucht, die immer wieder aufkeimenden Gedanken daran möglichst weit weg zu schieben, erst gar keine Hoffnung aufkommen zu lassen, damit ich ja nicht wieder enttäuscht sein würde. Das ist mir größtenteils tatsächlich gelungen, was ich ganz sicher auch meinen beiden Jungs verdanke, die mich täglich gekonnt davon abhalten, Zeit zum Nachdenken zu haben. Alles in allem sind diese zwei Wochen tatsächlich genauso schnell verflogen, wie die fast 22 Wochen dieser Schwangerschaft (heul!).

Kurz hatte ich überlegt, ob ich das Geschlecht (bzw. die aktuellste Prognose) jetzt bis zur Geburt geheim halte, um euch alle zu ärgern und hab mir dabei diabolisch ins Fäustchen gelacht. Aber das wäre nun doch gar zu gemein, nachdem mir hier so viele virtuell zur Seite gestanden haben und wahrscheinlich vor Neugier vergehen.

Also, ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen. Der eigentlich Ultraschall am Montag dauerte ungefähr 10 Minuten. Die Ärztin hatte von Anfang an gute Sicht und das Baby bewegte sich in der ganzen Zeit kaum einen Milimeter, was ich übrigens noch bei keinem Ultraschall erlebt habe. Scheinbar schlief das Kind die ganze Zeit, woraufhin die Ärztin vermutete, dass es vielleicht die Ruhe ohne den Lärm durch die großen Brüder genieße. Ich habe eher die Vermutung, dass da einfach ein tiefenentspanntes Kind auf uns wartet. Jedenfalls fuhr sie mit dem Schallkopf immer wieder zwischen den Beinen des Kindes hoch und runter und sagte dann ziemlich überzeugt, dass für sie eindeutig ein Mädchen wäre. Sie erklärte mir genau das den Querschnitt mit Bauchraum, Harnblase und Schamlippen und meinte, dass man in dieser Woche bei der guten Sicht bei einem Jungen definitiv mehr sehen würde. Für sie wäre das nun klar ein Mädchen und sie trug das "xx" auch noch einmal (beim letzten Mal hatte sie es in Klammern gesetzt) in den Mutterpass ein.

Tja. Was soll ich sagen... ich hab mich darüber natürlich schon irgendwie gefreut, aber die ganz große Euphorie ist bis heute ausgeblieben. Ich habe extra ein paar Tage verstreichen lassen um zu sehen, ob ich vielleicht doch noch in einen Freudentaumel verfalle, aber das ist bisher nicht geschehen. Das erscheint jetzt bestimmt furchtbar undankbar, so von wegen "Erst heult se rum, weils kein Mädchen ist und jetzt isses eins und se freut sich trotzdem nich". Ja, find ich auch doof. Dieses ganze Hin und Her hat mich doch mehr mitgenommen, als ich selbst gedacht hatte. Die tiefe Trauer, die ich beim damaligen Jungs-Outing empfunden habe, hat mich glaube ich nachhaltig geprägt. Vielleicht traue ich mich noch nicht so ganz, mich auf die aktuelle Mädchen-Prognose wirklich einzulassen, aus Angst, in ein paar Wochen doch wieder etwas anderes zu hören und dann wieder so unglaublich traurig zu sein. Ich weiß es nicht so recht. 

Gleichzeitig suchen mich Versagensängste heim - Ein Mädchen? Damit kenn ich mich doch gar nicht aus! Komm ich damit überhaupt klar? Sind die nicht ganz anders als Jungs? Das passt doch gar nicht zu mir... Dann denke ich wieder - Isa, was ein Quatsch! Da kommt doch kein Mädchen, da kommt ein Baby. Unser Baby! Das ich lieben, anbeten und vergöttern werde, das schönste Kind der Welt, kuschelsanft und schmerzhaft perfekt. Es wird unser aller Herzen im Sturm erobern, uns um den Finger wickeln und einfach perfekt zu uns passen. 

Ich gebe mir noch ein bisschen Zeit. Zeit, in der ich mich vielleicht von ganz alleine an den Gedanken gewöhne, dass einer meiner größten Wünsche tatsächlich wahr zu werden scheint. Ich werde eine Tochter haben. 

Meine Güte, warum hab ich das nicht schon vorher mal nieder geschrieben? Das hat jetzt tatsächlich was bewegt da drinnen, im Herzen. Jetzt hab ich Tränen in den Augen. Na geht doch. Passend dazu hast du mir einen Tritt verpasst, kleines Mädchen. Ja, du bist da, ich weiß, du bist schon die ganze Zeit da und ich grübel mich an dir vorbei. Und du gehst auch nicht mehr weg. Du bleibst und kommst und gehörst dazu. Für immer. Oh my, wie ich dich liebe. 

(Schreiben ist manchmal schon ziemlich großartig. Danke fürs Zuhören.)


"Ich mache dir das Leben zum Himmel
Halte dir die Schatten vom Leib
Werd die Sterne polieren
Dreh die Welt nur um dich
Werd dich nie aus meinen Augen verliern"
Komet - Herbert Grönemeyer

Sonntag, 1. Februar 2015

Die Fremdbetreuung und wir

Das Thema Fremdbetreuung habe ich hier auf dem Blog bisher bewusst gemieden, da ich finde, dass es eine überaus persönliche Entscheidung ist, ob, wann und warum man sein Kind in fremde Hände gibt. Es polarisiert und führt meist zu hitzigen Diskussionen, zumindest Online. In meinem persönlichen Umfeld finden sich Menschen, die ihr Baby mit 6 Monaten zur Tagesmutter gebracht haben ebenso, wie Familien, die ihre Kinder bis zur Schulpflicht ausschließlich Zuhause betreuen wollen. Ich persönlich finde, dass jeder Lebensentwurf seine Berechtigung hat. Jede Familie tut und will das Beste für ihre Kinder und jeder findet sein Glück auf anderen Wegen.

Unsere Fremdbetreuungs-Geschichte ist ziemlich unstet. Mit einem Jahr ging mein Großer damals drei Tage die Woche zur Tagesmutter und ich Teilzeit wieder arbeiten. Damals hätte ich es mir nicht anders vorstellen können. Ganz ehrlich: Ich wusste einfach nicht, was ich den ganzen Tag mit diesem Kind (Baby) Zuhause anstellen sollte. Mir fiel die Decke auf den Kopf und ich war froh, ein paar Stunden mal was anderes zu sein als "nur" Mutter. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt schon schwanger und so war von vorne herein klar, dass ich nur für ein halbes Jahr in meinen Job zurück kehren würde.

Dann wurde mein Kleiner geboren und in mir vollzog sich nach und nach ein riesiger Wandel. Je älter der Kleine wurde, desto weniger konnte ich mir vorstellen, ihn ebenfalls mit einem Jahr abzugeben. Im Gegenteil, auch mein Großer blieb immer häufiger bei uns Zuhause, anstatt zur Tagesmutter zu gehen. Als der Große dann ungefähr 2,5 Jahre alt war (da war der Kleine dann fast ein Jahr alt), meldete ich ihn komplett bei der Tagesmutter ab, da er ohnehin kaum noch dort war.

Wir genossen unsere gemeinsame, entschleunigte Zeit sehr und die Jungs wuchsen immer mehr zusammen. Anfänglich hatte der Große Schwierigkeiten mit seinem mobiler werdenden Bruder, die sich darin äußerten, dass er ihn schubste oder schlug. Umso mehr beide Kinder bei mir Zuhause waren, umso inniger wurde auch ihr Verhältnis. Heute sind sie einander einfach sehr nah und auch wenn sie trotzdem ständig streiten, können sie nicht ohne einander. Für beide ist die Gemeinsamkeit in unserer Familie ganz selbstverständlich und ich bin sicher, dass das aus diesem täglichen miteinander Wachsen resultiert.

Eigentlich hätte dann letzten Sommer mit 3 Jahren der Kindergartenbesuch des Großen angestanden und ich meldete ihn auch an, aber letztlich sagte ich den zugesagten Platz wieder ab. Wir waren einfach noch nicht soweit. Ich war noch nicht bereit, ihn her zu geben. Ich wollte meine Kinder um mich haben, auch wenn ich manchmal beinahe durchdrehe vor lauter Fremdbestimmung und das Gefühl habe, mir den ganzen Tag den Mund fusselig zu reden.

Gleichzeitig ist bei meinem Großen seit seinem dritten Geburtstag auch unglaublich viel passiert - er ist so viel selbständiger geworden, offener und mutiger im Umgang mit anderen. Zudem sehe ich so langsam, dass ihm die Gesellschaft anderer Kinder, außer seinem kleinen Bruder, gut tun und vor allem gefallen könnte. Nicht dass er nie mit anderen Kindern zusammen ist, oft sogar, aber es ist schon etwas anderes, ob ich mit den Kindern zu einer befreundeten Familie fahre oder ob er ohne mütterliche Aufsicht die Gemeinsamkeit in einer Gruppe von Kindern erlebt. Also habe ich in unserem Wunschkindergarten nachgefragt, ob zufällig gerade ein Platz frei ist und diesen auch bekommen. Morgen startet die Eingewöhnung und er wird nun mit 3,5 Jahren Vormittags den Kindergarten besuchen.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass meine Gefühle nach wie vor sehr zwiespältig sind. Bei dem Gedanken daran, dass ich mein Kind dann nach der Eingewöhnung tatsächlich weg bringe und ohne ihn nach Hause fahre, wird mir ganz anders. Ich bin einfach nicht gut im Loslassen. Andererseits stelle ich es mir auch schön vor, mich mal nur auf meinen Kleinen konzentrieren zu können und ihm etwas Exklusivzeit zu ermöglichen, bevor dann das Baby hier wieder für Trubel sorgt. Wir werden sehen, wie es ihm schlussendlich gefällt. Bisher sagt er nicht viel dazu, aber er ist auch nicht abgeneigt. Er sieht dem Kindergarten, ganz seiner Art entsprechend, gelassen entgegen. Ich versuche mir ab morgen davon ein Scheibchen abzuschneiden und behalte dabei immer im Hinterkopf, dass alles kann, aber nichts muss.
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